Norderstedt
Norderstedt

Bildungshaus in Garstedt bekommt keine Tiefgarage

Der Entwurf für das Norderstedter Bildungshaus.

Der Entwurf für das Norderstedter Bildungshaus.

Foto: HA

Die Politik entscheidet, dass das Norderstedter Leuchtturmprojekt ohne die Parkplätze auskommen muss. Hintergründe zur Entscheidung.

Norderstedt.  Das Parkkonzept für das Leuchtturmprojekt Bildungshaus in Garstedt hatte das Potenzial für einen Skandal. Würde die Politik wirklich dafür stimmen, eine Million Euro dafür auszugeben, dass unter dem modernen, ökologisch wie architektonisch durchdachten Gebäude eine exklusive Tiefgarage nur für die Autos der Beschäftigten und Dozenten von Volkshochschule und Stadtteilbücherei entstehen würde?

Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr ergab sich laut Protokoll der Sitzung eine angeregte Diskussion darüber, wie sinnvoll es wäre, in einem derart gut durch U-Bahn, Busse und Radwege erschlossenen Gebiet wie dem Bereich um das Herold-Center eine solche Tiefgarage zu bauen. Eine Diskussion, die auch deshalb interessant war, weil die Politik gerade mehrere große Wohnbauprojekte in Garstedt beschlossen hat, mit niedrigem Stellplatzschlüssel, Carsharing und dem Hinweis an potenzielle Bewohner, doch weniger das Auto und verstärkt Bus, Bahn und Rad zu verwenden.

FDP-Stadtvertreter Mährlein ist für eine Tiefgarage

„Das ist nicht meine Argumentation“, sagt FDP-Stadtvertreter Tobias Mährlein. „Ich bin für die Tiefgarage im Bildungshaus, sie war ein wichtiger Bestandteil des Architektenwettbewerbs. Und die Notwendigkeit dafür ist gegeben.“ Es würde immer so getan, sagt Mährlein, als ob jeder mit dem ÖPNV fahren könne. „Was ist mit dem VHS-Dozent aus Quickborn, der pünktlich beim Seminar sein muss? Den kann man nicht auf das Bezahlparkhaus im Herold-Center oder die U-Bahn verweisen.“ Für Mährlein rechtfertigen Beispiele wie diese eine Investition in die Tiefgarage.

Neben ihm sahen das auch die Stadtvertreter von Wir in Norderstedt (WiN) und der AfD so. Für alle anderen hingegen war es keine Frage, dass das Garstedter Bildungshaus auch ohne Tiefgarage funktioniert. Mit Mehrheit stimmten CDU, SPD, Grüne und Linke gegen die Tiefgarage. Susan de Vrée von den Grünen: „Wir waren von Anfang an gegen eine kostspielige Tiefgarage. Der Standort des Bildungshauses ist so zentral, dass er mit dem ÖPNV, zu Fuß und mit dem Rad leicht zu erreichen ist.“ Wer mit dem Auto komme, der solle in den Parkhäusern des Einkaufszentrums parken. Die eingesparte Million Euro sei anderswo besser ausgegeben, etwa im Ausbau der Kita-Landschaft oder in nachhaltige Klima- und Umweltschutzmaßnahmen.