Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Pläne für neues Baugebiet vorerst zurückgezogen

Arno Conrad, Monika Roden, Almut Conrad, Jan Burmester, Kaatje Dürrfeld, Kerstin Peter und Claudia Borstelmann (v. l.) haben fast 1000 Unterschriften gegen die Pläne der Politik gesammelt.

Arno Conrad, Monika Roden, Almut Conrad, Jan Burmester, Kaatje Dürrfeld, Kerstin Peter und Claudia Borstelmann (v. l.) haben fast 1000 Unterschriften gegen die Pläne der Politik gesammelt.

Foto: Christopher Herbst

Henstedt-Ulzburger CDU will jetzt erst einmal eine Verkehrsuntersuchung. Bürgermeister spricht sich gegen eine neue Verbindungsstraße aus.

Henstedt-Ulzburg. Die Diskussion um die Pläne für das Baugebiet „Trotz“ in Henstedt-Ulzburg und eine von Teilen der Politik favorisierte neue Verbindungsstraße („Querspange“) in Nord-Süd-Richtung zwischen Maurepasstraße und Norderstedter Straße hat binnen weniger Tage eine erstaunliche Dynamik erhalten. Zur Erinnerung: Am Montag noch sollte das Thema eigentlich im Planungs- und Bauausschuss behandelt werden. Eine Anwohnerinitiative hatte angekündigt, Bürgermeister Stefan Bauer fast 1000 gesammelte Unterschriften gegen die Pläne zu überreichen. Dazu kam es nicht, aus Zeitgründen wurde der Punkt von der Tages- ordnung genommen – empört verließen die Bürger den Ratssaal.

Die CDU ist zusammen mit der FDP und der BfB (Bürger für Bürger) eine der drei Fraktionen, die sich bisher für die Änderung des entsprechenden Bebauungsplans 38 inklusive der neuen Straße und neuer Wohngebiete zum Teil auch mit Mehrfamilienhäusern ausgesprochen hatte. Doch jetzt geht die Union einen Schritt zurück. In einer Fraktionssitzung diskutierte die Partei über den „Trotz“ – und hat sich nun dafür entschieden, den Antrag für den Aufstellungsbeschluss zum B-Plan vorerst zurückzuziehen. Stattdessen will die CDU eine „verkehrliche Untersuchung“ beantragen, heißt es in einer Mitteilung. Eine solche Analyse solle darüber Klarheit schaffen, welche Verkehrsströme auf einer Verbindungsstraße zu erwarten seien und welchen Einfluss eine solche Maßnahme auf Norderstedter Straße und Maurepasstraße hätte. Gleichzeitig soll der potenzielle Korridor für die „Querspange“ genauer hinsichtlich der Auswirkungen auf die Natur untersucht werden.

„Für die CDU steht fest, dass wir über diesen Beschluss nur dann entscheiden können, wenn die Faktenlage gesichert ist“, sagt Michael Meschede, der für die Christdemokraten im Planungs- und Bauausschuss sitzt. „Das ist eine neue Entwicklung“, sagte Stephan Holowaty (FDP), Vorsitzender des Gremiums. „Welche Bedeutung das für den Wohnungsbau und die Querspange hat, darüber müssen wir uns noch eine Meinung bilden.“

Bürgermeister Stefan Bauer hat sich seinerseits auch noch einmal positioniert. „Unter Abwägung aller Erkenntnisse, was das Gebiet angeht, die sensiblen Flächen, den Flusslauf und das Biotop halte ich es nicht für durchführbar“, so der Verwaltungschef. „Wenn die Straße kommt, schafft das automatisch weitere Begehrlichkeiten.“ Sprich: noch mehr mögliche Baugebiete. Das wollen viele Henstedter verhindern, sie sprechen sich für den Erhalt der Grünflächen aus, wollen maximal einen reduzierten Bau neuer Häuser. Bürgermeister Bauer sagte zudem, dass man ein Gutachten bräuchte, um eine mögliche Verkehrsentlastung durch eine „Querspange“ zu prüfen – aber auch, um zu untersuchen, ob neue Gefahrenpunkte entstehen könnten. Unabhängig davon befürwortet er eine „radverkehrstechnische“ Entwicklung des Bereiches.

Jan Burmester, Sprecher der Anwohnerinitiative, kündigte an, weiter Unterschriften sammeln zu wollen. „Nach erster Euphorie haben wir festgestellt, dass wir es schwer einschätzen können, wie es mit dem bisherigen Vorschlag zum Aufstellungsbeschluss weitergeht.“ Ihm zufolge scheine die CDU auf Zeit zu spielen. „Wir werden weiter Unterschriften sammeln, um der Politik umso mehr deutlich zu machen, dass zahlreiche Bürger diese ,Querspange’ ablehnen und um weitere Kontakte zu knüpfen, um für ein mögliches Bürgerbegehren noch breiter aufgestellt zu sein.“