Norderstedt
Kreis Segeberg

Andreas Bigott soll neuer Klimamanager werden

Andreas Bigott (62) hat beim Verwaltungsgericht Widerspruch gegen die Abwahl eingelegt.

Andreas Bigott (62) hat beim Verwaltungsgericht Widerspruch gegen die Abwahl eingelegt.

Foto: Herbst / HA

Itzstedter Amtsausschuss beruft bisherigen leitenden Verwaltungsbeamten mit großer Mehrheit ab – und kreiert neue Stelle für ihn.

Itzstedt. Die Abberufung des bisherigen leitenden Verwaltungsbeamten im Amt Itzstedt, Andreas Bigott, ist vollzogen. Der Amtsausschuss votierte mit großer Mehrheit – es gab nur eine Enthaltung – für den Schritt, der für die Region beispiellos ist. Der 62 Jahre alte Ratzeburger, der erst seit April 2018 in Itzstedt tätig ist, hatte sich insbesondere mit den ehrenamtlichen Bürgermeistern überworfen.

Ihm werden eine schlechte Atmosphäre in der Verwaltung und Abgänge von Mitarbeitern zur Last gelegt – allerdings geht es auch um das Spannungsverhältnis zwischen Hauptamt und Ehrenamt. So sprach sich Bigott, der die Verwaltung seit seinem Wechsel aus dem Finanzministerium von Mecklenburg-Vorpommern teilweise umstrukturiert und eine Digitalisierung verantwortet hatte, dafür aus, den Posten eines Amtsdirektors zu schaffen. Dieser wäre eine Kombination aus leitendem Beamten (hauptamtlich) und Amtsvorsteher (ehrenamtlich). Politisch gewollt ist das aber nicht. Angesichts des Zerwürfnisses, das kaum zu reparieren scheint, ist schwer vorstellbar, wie Bigott ab dem 18. November reibungslos wieder in die Amtsgeschäfte integriert werden kann. Ab diesem Zeitpunkt ist seine Freistellung aufgehoben, wie Amtsvorsteher Bernhard Dwenger bestätigt. Und weil Bigott Beamter ist, dazu noch in der Besoldungsstufe A 13 mit einem Bruttolohn im mittleren vierstelligen Bereich, muss er adäquat beschäftigt werden. Eine Kündigung wäre nur in Verbindung mit einem Disziplinarverfahren möglich – ein solches gibt es aber nicht.

Also wird eine neue Stelle geschaffen. Andreas Bigott soll Klimaschutzbeauftragter werden, sich zum Beispiel um Förderanträge kümmern. Mitarbeiter soll er nicht bekommen. „Ich und meine Anwälte werden überprüfen, ob diese Dienstbeschreibung rechtmäßig ist“, so Bigott. „Ich bin dann meinem bisherigen Stellvertreter unterstellt.“

Das ist Torge Sommerkorn, der die Verwaltung derzeit kommissarisch leitet. Er hatte sich um die Stelle des leitenden Beamten schon einmal beworben, doch Bigott bekam den Vorzug. Aus Reihen der Bürgermeister ist zu hören, dass Sommerkorn nun durchaus Chancen hätte auf eine dauerhafte Beförderung. Allerdings muss die Stelle ausgeschrieben werden. So oder so werden die Personalkosten 2020 deutlich höher, und das bezahlen die sieben Amtsgemeinden über die Umlage. Noch nicht entschieden ist der Widerspruch gegen seine Abberufung, den Andreas Bigott beim Verwaltungsgericht Schleswig eingelegt hat. „Mit Recht hat das alles nichts zu tun, meine Abwahl sucht ihresgleichen in Schleswig-Holstein. Ich höre von vielen Kollegen, dass sich das Amt ganz weit nach vorn gebracht hat.“