Norderstedt
HENSTEDT-ULZBURG

Bauer: „Es herrscht mehr Misstrauen als Vertrauen“

Stefan Bauer will bei der Wahl am 1. März 2020 erneut antreten.

Stefan Bauer will bei der Wahl am 1. März 2020 erneut antreten.

Foto: Christopher Herbst

Persönliche Erklärung: Henstedt-Ulzburgs Bürgermeister reagiert im Hauptausschuss auf Kritik aus der Politik.

Henstedt-Ulzburg.  Überraschung im Hauptausschuss: Henstedt-Ulzburgs parteiloser Bürgermeister Stefan Bauer hat eine Woche, nachdem er sich per offenem Brief an die Politik gewandt hatte, erneut eine persönliche Erklärung abgegeben. Diesmal ging es ihm darum, eine Antwort zu geben auf die Kritik, die ihm gegenüber in den vergangenen Tagen geäußert worden war. Insbesondere der Vorwurf, er habe Ressourcen der Gemeinde für seinen privaten Wahlkampf verwendet, nötigte ihn wohl zu einer Klarstellung.

„Ich bin selber den Weg an die Kommunalaufsicht gegangen und habe das Schreiben prüfen lassen. Ich habe die Rückmeldung bekommen, dass alles im grünen Bereich ist.“ Die Kommunalaufsicht habe ihm mitgeteilt, dass die Intention des Schreibens, das auch auf der Facebook-Seite des Verwaltungschefs veröffentlicht wurde, über Wahlkampf hinausgehe. „Es betrifft Politik und Verwaltung als Ganzes.“

Möglicherweise sei das Schreiben missverstanden worden, so Bauer. „Ich bin enttäuscht, dass ausschließlich auf formaler Ebene reagiert, aber nicht auf die Inhalte eingegangen wird.“ Neben einer persönlichen Bilanz und Zielen für die Zukunft hatte der Bürgermeister die Politik um eine Stellungnahme zu seiner Person gebeten – und das Verhältnis untereinander beschrieben. „Das Vertrauensverhältnis war schon deutlich vor meiner Zeit angespannt. Es ist nur bedingt besser geworden. Es herrscht mehr Misstrauen als Vertrauen.“

Bauer ließ Schreiben von Kommunalaufsicht prüfen

Die Ausschussmitglieder hörten mit versteinerten Mienen zu, während Bauer aus einer laufenden Organisationsuntersuchung zitierte, für die Politiker und Mitarbeiter der Verwaltung Bewertungen und Statements abgaben. „Das Misstrauen zieht sich wie ein roter Faden durch die Verwaltung“, so der Bürgermeister. In Richtung des Ausschusses führte er fort: „Und Sie sind von Misstrauen in Richtung der Verwaltung geprägt.“ Dietmar Kahle (CDU), Vorsitzender des Gremiums, antwortete: „Das weise ich ausdrücklich zurück.“ Und Karin Honerlah (WHU) bemängelte, dass die Politik bisher keinen Zugriff auf die Analyse der Verwaltung habe. „Das ist geschmacklich nicht gut, so zu agieren.“

Stefan Bauer sagte, er wolle der Politik die Hand reichen. „Wir können untereinander so viel besser dastehen.“ Der Ausschuss habe aber wieder kein Wort zum Inhalt seines Schreibens gesagt. Bauer: „Ich habe ihnen den Spiegel vorgehalten.“