Norderstedt
Verkehr

Norderstedt und Henstedt-Ulzburg bekommen E-Busse

E-Busse wie dieser aus dem Hause Mercedes-Benz, der auf dem Betriebshof der VHH in Bergedorf steht, sind die Zukunft des Personennahverkehrs in der Region.

E-Busse wie dieser aus dem Hause Mercedes-Benz, der auf dem Betriebshof der VHH in Bergedorf steht, sind die Zukunft des Personennahverkehrs in der Region.

Foto: Lutz Kastendieck

Spätestens 2021 sollen emissionsfreie Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr in der Region zum Einsatz kommen.

Kreis Segeberg.  Klimaschutz und öffentlicher Personennahverkehr (ÖNPV) sollen im Kreis Segeberg zusammengeführt werden. Zunächst im südlichen Teil des Kreises Segeberg: Nach einem Beschluss des Kreistages sollen spätestens vom Jahr 2021 an zehn emissionsfreie Elektrobusse im Bereich Henstedt-Ulzburg/Norderstedt eingesetzt werden. Bereits im kommenden Jahr werden alle Busse, die in diesem Teil des Kreises verkehren, mit kostenlosem WLAN ausgestattet.

„Klimaschutz im ÖPNV durch den Einsatz emissionsfreier Busse“ – das ist das gemeinsame Ziel des Kreises Segeberg und des Regionalen Nahverkehrsplans. Umgesetzt wird das vorgegebene Ziel zunächst im Raum Norderstedt und Henstedt-Ulzburg. „Norderstedt ist die Stadt mit der größten Verkehrsbelastung und die einzige im gesamten Kreis Segeberg, in der die Stickoxyd-Grenzwerte überschritten werden“, sagt Sabrina Müller, Sprecherin der Segeberger Kreisverwaltung. „Damit sind hier die Voraussetzungen für eine Bundesförderung über das ,Sofortprogramm Saubere Luft’ gegeben.“

Ideengeber für die Beschaffung von emissionsfreien Bussen ist die Südwestholstein ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft der Kreise Dithmarschen, Pinneberg und Segeberg (SVG), deren Geschäftsführer Claudius Mozer die Kreispolitiker erfolgreich auf „seine Linie“ gebracht hat. „Was der Kreistag da beschlossen hat, ist schon ein sehr spektakulärer Schritt“, sagt Mozer. „Eine solch flächendeckende Belegung mit E-Bussen gibt es in Schleswig-Holstein noch nicht.“

Hamburg will ab 2020 nur noch E-Busse anschaffen

Auch in Hamburg wird die Busflotte umgerüstet. Die erste größere Bestellung von Elektrobussen ist nach rund einem Jahr vollständig an die Hamburger Hochbahn ausgeliefert worden. Nachdem die Hochbahn vor rund einem Jahr ihren ersten E-Bus in Empfang genommen hatte, sind inzwischen alle 30 damals bestellten Fahrzeuge im Linieneinsatz. Die Lieferung weiterer 30 Fahrzeuge wird 2020 erfolgen. Wie die Hamburger Hochbahn mitteilt, hat die neue E-Bus-Flotte bereits jetzt zusammengerechnet mehr als 200.000 Kilometer zurückgelegt. Claudius Mozer verweist auf den Beschluss der Hamburger Politiker, dass von 2020 an nur noch E-Busse neu angeschafft werden. „Aber in Schleswig-Holstein ist der Kreis Segeberg auf diesem Gebiet ganz eindeutig weiter als alle anderen“, sagt der SVG-Geschäftsführer.

In Abstimmung mit dem Kreis hat die VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein) zehn E-Busse inklusive Ladeinfrastruktur erfolgreich zur Förderung beantragt und die Beschaffung bereits ausgeschrieben. Die Förderung umfasst 40 Prozent der Mehrkosten gegenüber Dieselbussen, der Eigenanteil von 60 Prozent beträgt 400.000 Euro pro Jahr. Davon entfallen auf den Kreis Segeberg 320.000 Euro, auf die territorial mitbetroffenen Partner Hamburg und Kreis Stormarn insgesamt 80.000 Euro. „Hier muss noch eine Abstimmung getroffen werden“, sagt Sabrina Müller.

Nach Angaben von Claudius Mozer könnten die E-Busse nach Möglichkeit bereits mit Beginn des Winterfahrplans im kommenden Jahr eingesetzt werden.

In etlichen deutschen Orten gibt es bereits WLAN in Bussen oder Bahnen, im Kreis Segeberg bislang nicht. Das soll sich ändern, um Qualität, Image und Konkurrenzfähigkeit des ÖPNV gegenüber dem Individualverkehr (Pkw) zu verbessern. Um zunächst alle Busse im Raum Norderstedt und Henstedt-Ulzburg mit kostenlosem WLAN auszustatten, sind pro Jahr 60.000 Euro nötig. Auch hier gibt es eine Kostenteilung: 50.000 Euro steuert der Kreis Segeberg bei, insgesamt 10.000 Euro müssen der Kreis Stormarn und die Stadt Hamburg zahlen.