Norderstedt
Rosenkrieg in Bad Segeberg

„Alles, was meine Ex mir ließ, war der Staubsauger“

Eine Statue der Justitia ((Symbolbild).

Eine Statue der Justitia ((Symbolbild).

Foto: Michael Rauhe

Am Ende eines Rosenkriegs stand ein Ehemann als Angeklagter vor dem Amtsrichter – es ging um 66.000 Euro. Verfahren wurde eingestellt.

Bad Segeberg.  Wenn aus Liebe Hass wird, endet die Beziehung zumeist im Kampf ums liebe Geld. Vor dem Amtsgericht Segeberg endete jetzt ein erbittert geführter Rosenkrieg. Angeklagt war der Ehemann, der Vorwurf: Urkundenfälschung.

Als die Welt des Paares noch in Ordnung war, hatten beide zwecks Zukunftssicherung ein gemeinsames Bankkonto angelegt. Monat für Monat überwiesen die Partner dorthin jeweils 250 Euro, um in den Jahren des Ruhestands die Rente ergänzen zu können. So sammelten sich 66.000 Euro an. Als der Rosenkrieg begann, plünderte der Mann das Konto, für das er keine Vollmacht besaß und das auf den Namen seiner Frau eingetragen war. Innerhalb von vier Monaten reduzierte er den Kontostand auf 125 Euro.

Ehemann: "Durch die Scheidung habe ich alles verloren"

Vor Gericht gab der Angeklagte alles zu. Amtsrichter Alexander Schmücker fragte ihn: „Waren Sie auf ihre Frau ex­trem wütend?“ Die kurze Antwort: „Ja.“ Alle seine Ersparnisse, berichtete der
54-Jährige stockend, habe er in die 1988 geschlossene Ehe gesteckt. „Durch die Scheidung habe ich alles verloren.“ Mit dem Geld vom Konto habe er sich eine Wohnung komplett einrichten müssen. „Aus unserem Haus hat mir meine Ex-Frau nur den Staubsauger überlassen.“

Ganze vier Umzugskartons habe er in ihrer Abwesenheit abholen dürfen. Der Inhalt: alte Medikamente, unvollständige Schuhpaare und abgelaufene Konserven. „Maßlos“ hätte ihn damals der Rachefeldzug seiner Frau geärgert. Die Ehe ist mittlerweile geschieden. Das Haus wurde der Frau der überschrieben. In einem Zivilprozess verpflichtete sich der Ex-Ehemann, die 66.000 Euro vom Konto in monatlichen Raten von 500 Euro zurückzuzahlen.

„Mein Mandant hat im Scheidungsprozess alles verloren“, bilanzierte die Wahlverteidigerin. Er habe gestanden, das Geld zahle er zurück. Amtsrichter und Staatsanwaltschaft folgten ihrem Vorschlag, das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen. Allerdings muss der Mann 1000 Euro für einen gemeinnützigen Zweck zahlen. Vor Gericht hatte die Ex-Ehefrau des Verurteilten als Zeugin einen kurzen Auftritt. Die Eheleute würdigten sich keines Blickes.