Norderstedt
Norderstedt

Bildungshaus imponiert Vertretern des Städteverbands

Anette Reinders begrüßt Gerwin Stöcken (l.) und Marc Ziertmann vom Städteverband im Rathaus. 

Anette Reinders begrüßt Gerwin Stöcken (l.) und Marc Ziertmann vom Städteverband im Rathaus. 

Foto: Burkhard Fuchs

31 Männer und Frauen aus 63 Städten diskutieren in Norderstedt. Im Demenzzentrum sprechen sie über die wachsende Zahl von Erkrankten.

Norderstedts Zweite Stadträtin Anette Reinders begrüßte am Mittwoch 31 Kollegen des Städteverbandes zu einer Tagung in Norderstedt und stellte den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung und Soziales aller 63 kreisfreien und kreisangehörigen Städte Schleswig-Holsteins das zurzeit größte Bildungsprojekt Norderstedts vor: Für 20 Millionen Euro will die Stadt das Bildungshaus bauen, in das Volkshochschule, Bücherei und Stadtarchiv einziehen werden sollen.

„Das hat uns in großes Staunen versetzt“, sagte Gerwin Stöcken, Stadtrat in Kiel und Vorsitzender des Städteverbandsausschusses. Vor allem, wie die Stadt das Bildungshaus zu einem „Ort der Begegnung und Treffpunkt für alle Bürger“ gestalten möchte, imponierte den Kollegen. „Ich hoffe, wir werden 2023 Einweihung feiern können“, sagte Reinders. Zuvor aber muss der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr am heutigen Donnerstag noch entscheiden, ob das Bildungshaus eine Tiefgarage bekommt (ab 18.15 Uhr, Rathaus).

Die haupt- und ehrenamtlichen kommunalen Vertreter haben sich zudem geschlossen und entschieden gegen den Sparkurs der Landesregierung bei der Förderung der Integration von Flüchtlingen und Migranten ausgesprochen. Weil der Bund diese Mittel einschränke, wolle das Land diese Hilfen von 17 Millionen auf nur noch fünf Millionen Euro im Jahr zusammenstreichen. Insbesondere das sehr erfolgreiche Programm „Mama lernt Deutsch“, das außerordentlich wichtig für die Sprachförderung der Migranten sei, dürfe nicht hinten runterfallen.

„Wir fordern, dass die fehlenden 186 Millionen Euro im Finanzausgleich im Landeshaushalt ab 2021 eingestellt werden“, sagte Marc Ziertmann, Geschäftsführer des Städteverbandes. Auch die neue Kindergarten-Finanzierung habe noch nicht zu der versprochenen finanziellen Entlastung der Kommunen geführt. Zudem stelle die immer älter werdende Bevölkerung ein zunehmendes Problem für die Kommunen dar. So sei jeder 50. Bürger im Land bereits an Demenz erkrankt. „Diese Entwicklung stellt uns alle vor große Herausforderungen“, so Gerwin Stöcken. Das Kompetenzzentrum für Demenz in Norderstedt habe wertvolle Tipps für den Umgang mit dieser Krankheit gegeben.