Norderstedt
Stuvenborn

Kommunen können bei Energiewende vorangehen

Der Landtagsabgeordnete Ole-Christopher Plambeck (CDU) hob die Bedeutung des Landes als Energieerzeuger hervor.

Der Landtagsabgeordnete Ole-Christopher Plambeck (CDU) hob die Bedeutung des Landes als Energieerzeuger hervor.

Foto: HA

Landtagsabgeordneter Ole-Christopher Plambeck (CDU) und der Kreistagsabgeordnetet Torsten Kowitz (CDU) haben zum Dialog eingeladen.

Stuvenborn.  Die gesetzlichen Grundlagen für eine erfolgreiche, bundesweite Energiewende werden in Berlin gelegt. Doch bei der Umsetzung kommt es auf Kommunen und den ländlichen Raum an. Das war die Botschaft des „Energiepolitischen Dialogs“, zu dem der Landtagsabgeordnete Ole-Christopher Plambeck (CDU) und der Kreistagsabgeordnete Torsten Kowitz (CDU) nach Stuvenborn eingeladen hatten. Als Fachleute dabei waren Claudia Thomsen aus dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sowie Sören Haase und Melanie Koch vom nordfriesischen Unternehmen GP Joule – einer Firma mit den Spezialgebieten Wärmeversorgung und Mobilität mit Wasserstoff.

Plambeck sagte, in Schleswig-Holstein werde bereits viel getan für die Energiewende. „Mit dem weiteren Ausbau können die erneuerbaren Energien bis 2025 etwa 250 bis 300 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Schleswig-Holstein bereitstellen. Somit wächst die Bedeutung des Landes als Energieproduzent – insbesondere aufgrund des Atom- und Kohleausstiegs.“

Energiespeicher sollen frei von Abgaben und Umlagen sein

Allerdings würden enorme Ausgleichszahlungen entstehen für die Anpassung der Leistungseinspeisung von Kraftwerken. Um gegenzusteuern, müsse in den Netzausbau, die Netzertüchtigung, aber ebenso in die Forschung, Entwicklung und vor allem Umsetzung von Technologien wie Speichern investiert werden. „Wir vertreten ganz klar die Auffassung, dass Speicher komplett von Abgaben und Umlagen befreit werden müssen. Nur so können diese sich schneller etablieren.“ Erzeugter Strom müsse vor Ort in die Wertschöpfung einfließen. „Dafür muss alles getan werden.“

Kommunen könnten eine bedeutende Rolle spielen, sagte er. „Ein interessantes Beispiel ist Traventhal im Kreis Segeberg, das fest daran arbeitet, mit Hilfe eines Mixes aus Windenergie, Solarthermie und innovativer Strohnutzung die Energieerzeugung selbst zu regeln.“

Wasserstoff-Technologie ist eine weitere Möglichkeit. GP Joule stellte das Projekt „eFarm“ vor: Wasserstoff wird an einem Windpark oder in einer Biogasanlage erzeugt, in mobile Speichercontainer geliefert und dann zu Tankstellen. „Der Wirkungsgrad beträgt fast 95 Prozent, die Wertschöpfung bleibt in der Region“, so Melanie Koch. „Das Projekt stößt auf große Akzeptanz in der Bevölkerung.“