Norderstedt
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Hans-Joachim Grote geht, Elke Christina Roeder kommt

Elke Christina Roeder (SPD) spricht am 9. Januar 2018 vor Stadtpräsidentin Kathrin Oehme und der Stadtvertretung den Amtseid im Plenarsaal.

Elke Christina Roeder (SPD) spricht am 9. Januar 2018 vor Stadtpräsidentin Kathrin Oehme und der Stadtvertretung den Amtseid im Plenarsaal.

Foto: Schick/HA

Die Jahre 2015 bis 2019: In Norderstedt wird es ruhiger, die Entwicklung der Stadt ist nach fünf Jahrzehnten weitgehend abgeschlossen.

Norderstedt . Die Entwicklung ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber jetzt geht es entschleunigt voran: In fünf Jahrzehnten ist Norderstedt zu einer Stadt mit über 80.000 Einwohnern angewachsen. Die Projekte der vergangenen fünf Jahre sind längst nicht mehr so spektakulär wie in den Jahrzehnten zuvor. Die Planer können sich zufrieden zurücklehnen und ihr Werk betrachten. Norderstedt ist angekommen – mit allen Vor- und Nachteilen, die eine immer noch wachsende Stadt mit sich bringt.

Der Stadtpark „läuft“ und entwickelt sich immer mehr zu einem beliebten Treffpunkt der Einwohner. Die Kritiker sind weitgehend verstummt. Hans-Joachim Grote, Ideengeber und Antreiber des Projektes, verlässt Norderstedt in Richtung Kiel: Kurz nach seiner Wiederwahl zum Oberbürgermeister verabschiedet er sich und klettert auf der Karriereleiter im Alter von 62 Jahren noch einmal ein gutes Stück nach oben. Er wird Schleswig-Holsteins neuer Innenminister im Kabinett von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

Das Rennen um seine Nachfolge wird spannend und endet schließlich mit einem Sieg von Elke Christina Roeder (Jahrgang 1966) aus Neumünster. Sie bringt Erfahrung mit: Sie war bereits Bürgermeisterin in Bad Pyrmont.

In Bad Bramstedt wird die parteipolitisch unabhängige SPD-Kandidatin Verena Jeske (40) überraschend zur Bürgermeisterin gewählt. Sie schlägt „Platzhirsch“ Hans-Jürgen Kütbach recht deutlich. Er muss nach 18 Jahren Tätigkeit als Bürgermeister den Chefsessel im Rathaus räumen.

In Norderstedt wird ein Straßenprojekt nach 20 Jahren Planung endlich abgeschlossen; Die Verlängerung der Oadby-and-Wigston-Straße, zuerst nach Osten, dann nach Norden, schafft für Autofahrer ganz neue Möglichkeiten. Sie haben jetzt die Chance, das Stadtgebiet weiträumig zu umfahren.

Die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg gerät in ein gefährliches Fahrwasser: Die Osnabrücker Paracelsus-Gruppe, die in Deutschland mehrere Kliniken betreibt, meldet Insolvenz an. Erst die Übernahme durch die Schweizer Beteiligungsholding Porterhouse lässt die Beschäftigten aufatmen.

Ein politischer Dauerbrenner kommt in Tangstedt endgültig vom Tisch. Seit Anfang der 1990er-Jahre wird dort über die Einführung einer Pferdesteuer gestritten, aber jetzt spricht Innenminister Grote ein Machtwort. Er kippt die von der Gemeindevertretung kurz zuvor beschlossene Steuer und schafft die gesetzliche Grundlage, die die Einführung unmöglich macht.

Für Diskussionen sorgen die Geschwindigkeitsbeschränkungen auf vielen Norderstedter Straßen. Nachts 30 Stundenkilometer, tagsüber 50 Stundenkilometer als Lärmschutzmaßnahmen in bestimmten Gebieten – das sorgt für Verblüffung unter den Autofahrern. Dazu bekommt Norderstedt die Möglichkeit, die Geschwindigkeiten selbst zu überwachen: Blitzer-Säulen stehen plötzlich an den Straßenrändern. Tausende von Autofahrern fahren zu schnell und müssen zahlen..