Norderstedt
Kinderbetreuung

Tagesmütter und -väter kümmern sich um 112 Babys

Tagesmütter mit Kindern auf einem Spielplatz in Henstedt-Ulzburg..

Tagesmütter mit Kindern auf einem Spielplatz in Henstedt-Ulzburg..

Foto: Christopher Herbst

Die Tagespflege ist in Henstedt-Ulzburg ein wichtiger Baustein in der Krippenbetreuung. Sie macht ein Drittel des Angebots der Gemeinde aus.

Henstedt-Ulzburg. Sie sind unverzichtbar: Tagesmütter – es gibt auch einen „Vater“ – sorgen in Henstedt-Ulzburg ebenso dafür, dass die Kinderbetreuung funktioniert. Denn im Krippenbereich, also dem Alter von 0 bis 3, gibt es gemeindeweit zwar 210 Plätze in Einrichtungen des Eigenbetriebs sowie der Lebenshilfe und des Deutschen Roten Kreuzes. Diese beiden freien Träger bauen zudem am Dammstücken und am Schäferkampsweg neue Standorte. Aber: Über 112 Babys und Kleinkinder sind nicht in einer Krippe, sondern in einer Tagespflege untergebracht. „Bei insgesamt 27 Tagespflegepersonen haben wir im Schnitt fünf Kinder“, sagt Bürgermeister Stefan Bauer. Das sei nicht bloß ein Ersatz, sondern ein „wichtiger Baustein“.

Eine dieser Personen ist Stefanie Albers. Die 31-Jährige ist eigentlich gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte. Früher wollte sie Erzieherin werden, doch damals gab es nicht ausreichend Plätze an den Fachschulen. Nach der Geburt ihres Sohnes (10) und der Tochter (6) bildete sich Albers fort zur Tagespflegeperson. „Man muss eine Qualifikation machen, die umfasst mittlerweile 300 Wochenstunden“, sagt sie. Pflicht sind unter anderem auch ein Erste-Hilfe-Kursus, ärztliche Nachweise und ein Führungszeugnis. Albers arbeitet von 7 bis 15.30 oder 16 Uhr. „Die Woche muss durchgeplant werden.“ Es wird gemeinsam gefrühstückt, Mittag gegessen, es gibt feste Schlafzeiten, dazu wird viel Zeit an der frischen Luft verbracht. Donnerstags treffen sich viele der Kleingruppen bei gutem Wetter im Bürgerpark oder auf Spielplätzen. „Wir sind vernetzt, tauschen uns aus“, sagt Albers. „Gerade versuchen wir, eine Sporthalle zu bekommen.“

Der Unterschied zu einer Kindertagesstätte: Sollte Stefanie Albers einmal krank sein, gibt es keine Vertretung. Dafür haben die Kinder feste Bezugspersonen und ein familiäres Umfeld. Es gibt Eltern, die genau das wollen. „Das Verhältnis ist ein anderes als in einer Kita.“

Andere nehmen Angebote zur Tagespflege wahr, weil sie etwa bei einer Wunsch-Kita nur auf einer Warteliste landen. „Wenn wir keinen Platz haben, vermitteln wir automatisch weiter“, sagt Bürgermeister Bauer. Ansonsten ist die Fachberatung Kindertagespflege der evangelischen Familienbildung Norderstedt (www.fb-ktp.de) verantwortlich für die Vermittlung – und auch für die Schulungen.