Norderstedt
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Der Bürgerpark Beckersberg soll umgestaltet werden

Der Beckersbergsee mit dem Bürgerpark, links das Bürgerhaus und das Gebäude vom SVHU Sportland.

Der Beckersbergsee mit dem Bürgerpark, links das Bürgerhaus und das Gebäude vom SVHU Sportland.

Foto: TA CAPS / Thorsten Ahlf

Das Ganze erinnert stark an den Norderstedter Stadtpark: Das Areal rund um den Beckersbergsee soll neu erschlossen werden.

Henstedt-Ulzburg. Wenn man so will, ist es die grüne Mitte von Hen­stedt-Ulzburg: Das Beckersberg-Gelände mit dem Bürgerpark und dem Naturbad nutzen viele Menschen aus der Großgemeinde zur Erholung in ihrer Freizeit. Vor über 35 Jahren war das Areal zu diesem Zweck erstmals umgestaltet worden – und mittelfristig soll das erneut der Fall sein.

Im Umweltausschuss wurde kürzlich der Siegerbeitrag eines Ideenwettbewerbs präsentiert. Ein „Masterplan Beckersberg“ war gefordert worden, zahlreiche Büros für Landschaftsplanung bewarben sich, reichten Beiträge ein. Über den Gewinner gab es dann letztlich einen Konsens: Eine Kooperation des Ramboll Studios Dreiseitl mit der „ToBeStadt“ Stadtplanung erhielt in der Finalrunde sämtliche neun Stimmen einer Jury, die aus Politikern, Bürgermeister Stefan Bauer und Fachleuten bestand.

Bürgerhaus und Naturbad sollen verbunden werden

Christoph Duckart, Landschaftsarchitekt aus Hamburg, erklärte den Fraktionen im Ratssaal die Grundzüge seiner Idee. „Es ist wichtig, dass wir uns die Natur angucken, dass wir von der Natur lernen. Wasser ist das treibende Element.“ Wie er das meint? Die prägnanteste Änderung soll eine Öffnung des Beckersbergsees sein. Dieser ist bislang nur zugänglich, wenn das Naturbad geöffnet hat – in der Regel von Mai bis September und dann eben nur zu bestimmten Tageszeiten.

Aus Sicht der Planer ist das verschenktes Potenzial. „Indem wir den See öffnen, können wir mehr Funktionen hineinbringen“, so Duckart. „Ein Bürgerplatz mit Seebühne, direkt südlich des Bürgerhauses, ist das Kernelement. Er verbindet den Zugang zum Bürgerhaus mit dem Sandstrand.“ Sprich: Das Gewässer soll ganzjährig verfügbar sein. Der östliche See würde hingegen weiter als Regenrückhaltebecken dienen.

Wird die Krambek teilweise wieder zum Biotop?

Der nördlichste See könnte vertieft und zu einem Reinigungsbiotop werden. Und weiter südlich wird angeregt, die Krambek zu renaturieren, um das Flüsschen zumindest teilweise zum Biotop werden zu lassen.

Für viele Zuhörer wird all das verheißungsvoll klingen, es ruft Vergleiche mit dem Stadtpark in der Nachbarstadt Norderstedt hervor, wo – wenngleich in Verbindung mit der Landesgartenschau 2011 – ein sogar mehr oder weniger brachliegendes Gebiet mit nachhaltigem Erfolg umgestaltet wurde. In Henstedt-Ulzburg muss gar nicht so radikal gedacht werden, der Bürgerpark existiert ja bereits. Aber, so beschreiben es die Dreiseitl-Planer, die Fläche ist „durch die eingeschränkte Zugänglichkeit kaum vernetzt“. Ziel sei es, durchgängige Freianlagen zu schaffen. „Die Öffnung und Durchwegung des Parks, der Ausbau der punktuell vorhandenen Qualitäten und die neu zu aktivierenden Nachbarschaften stehen dabei im Mittelpunkt.“

Die Palette an Maßnahmen ist breit. Der Aussichtsturm soll ausgebaut werden, damit er auch für Erwachsene geeignet ist. Der Wasserspielplatz bekäme eine Auffrischung, es könnten Gemeinschaftsgärten im Sinne eines modernen „Urban Gardening“ entstehen. Die ehemalige Tennisanlage könnte rückgebaut und in ein Café mit Umkleidemöglichkeiten umgewandelt werden.

Skateanlage soll verlegt werden

Neue Sportgeräte würden die bestehenden Fitnessanlagen ergänzen. Weitere Ansätze: Die Skateanlage wird in die Nähe des Jugendzentrums, also südlich der Beckersbergstraße, verlegt. Für Hundehalter gibt es neue Bereiche. Und ein verändertes Wegekonzept soll die Besucher besser durch den Park leiten.

Bleibt noch die Schießsportanlage der Schützengilde Beckersberg. Hier gibt es immer wieder Stimmen sowohl aus der Bevölkerung als auch aus Teilen der Politik, wonach diese Einrichtung wegen der Lärmemissionen nicht mehr zum Bürgerpark passt und verlegt werden müsste. Christoph Duckart sieht das jedoch anders: „Wir haben darüber nachgedacht, die Anlage zu verlagern. Aber wir haben es so bewertet, dass auch die Nutzer der Schießanlage dazu beitragen, dass der Park belebt wird. Es hat Charme, dass der Bürgerpark ein Schießsportzentrum hat.“ Allerdings sollte seiner Meinung nach der Schallschutz durch bauliche Maßnahmen verbessert werden.

Die Schießanlage gehört zum Konzept des neuen Parks

Grundsätzlich ist die Politik von diesem Paket angetan. Verena Grützbach (WHU) sagte, es erinnere „stark an den Norderstedter Stadtpark“. Aber dieser sei rundum eingezäunt und nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr begehbar. Sie sieht eine „Vandalismusgefahr“.

Duckart entgegnete, die hohe Frequenz an Besuchern würde diese Gefahr lindern. Ein Thema dürfte zudem die Verantwortung der Gemeinde sein, für die Sicherheit zu sorgen – insbesondere am Strand. „Wir sind in der Verantwortung, die Bürger zu schützen“, sagte Bürgermeister Bauer, der aber von einer „charmanten Idee“ sprach.

Wie es nun weitergeht? Formal muss der Bebauungsplan 32 geändert werden. „Im Rahmen der Anpassung wird ein Entwurfskonzept für die Landschaftsplanung vorgelegt, beraten und beschlossen“, so Ortsplaner Volker Duda. Die Sieger des Ideenwettbewerbs sollen natürlich beteiligt werden und letztlich auch die Aufträge ausführen.

Kostenschätzungen liegen noch nicht vor, wobei wohl für zahlreiche Projekte Fördermitteln aus verschiedenen Töpfen beantragt werden könnten. „Wir befinden uns ganz am Anfang des Prozesses“, sagte Stefan Bauer.