Kreis Segeberg

Der Kalif eröffnete die Moschee von Nahe

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Mitglieder der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft stehen vor der neu erbauten Bait-ul-Baseer Moschee.

Mitglieder der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft stehen vor der neu erbauten Bait-ul-Baseer Moschee.

Foto: Markus Scholz / dpa

Seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmad sprach vor 1000 Mitgliedern der Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde bei der Eröffnung der Moschee.

Nahe.  Der rote Teppich ist ausgerollt und wird immer wieder gefegt. Für mehr als 200 Gäste. Vor allem aber für Seine Heiligkeit Kalif Mirza Masroor Ahmad. Das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat reiste im eigenen Wagen aus London direkt vors Festzelt, um mit Gästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft und 1000 Mitgliedern der muslimischen Glaubensgemeinschaft die neue Bait-ul-Baseer-Moschee einzuweihen.

Die Moschee-Mitglieder scheuten keinen Aufwand. Jeder Gast erhielt einen Begleiter, der ihn an die festlich gedeckten Tische begleitete und jederzeit Fragen beantwortete.

Mirza Masroor Ahmad verwies vor allem auf die gute Nachbarschaft, die die Ahmadiyya Muslim Jamaat in Nahe gefunden habe und so den Mut fand, ihre Moschee auf dem alten Bauernhof an der Wakendorfer Straße zu bauen: „Den Nachbarn und ihrer Würde kommt im Islam ein hoher Wert zu.“ Er würde sich sehr freuen, dass seine Gemeinde den Ort Nahe gefunden habe. „Wir sind den Menschen sehr dankbar, dass sie uns anerkennen, und es ist Teil unseres Glaubens, dem Land zu dienen, das uns als Verfolgte aufgenommen hat“, sagte der 69-jährige Geistliche.

Entschieden wandte sich der Kalif gegen militante und radikale Muslime: „Sie missbrauchen den Islam.“ Das geistliche Oberhaupt der Ahmadis ging auch auf die Rechte der Frauen in seiner Gemeinschaft ein, zumal es für Gesprächsstoff an den Tischen sorgte, dass die Frauen an der Feier nur per Video-Übertragung in einem zweiten Zelt teilnahmen: „Die Frau ist bei uns gleichwertig und gleichberechtigt, sie hat das Paradies unter ihren Füßen und trägt dazu bei, die Gesellschaft durch eine gute Erziehung der Kinder zu formen.“

Susanne Hahn, seit fünf Jahren Pastorin der Naher Kirche, dankte der Ahmadiyya-Gemeinde für ihre Offenheit. Susanne Hahn sprach auch das Verhüllungsgebot schon für kleine Mädchen an: „Das entspricht nicht unserem christlichen, freiheitlichen Grundgedanken, doch wir haben Respekt voreinander.“ Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder machte deutlich, dass man in Zeiten von rechtspopulistischen Politikern und radikalen Kriminellen zusammenstehen und gegen radikale Tendenzen wehren müsse. Tobias von der Heide, Landtagsabgeordneter der CDU, forderte forderte den interreligiösen Dialog.

Gero Storjohann, CDU-Bundestagsabgeordneter, blickte zurück auf 1989, als die Ahmadias als Flüchtlinge in Nahe ein neues Zuhause fanden. „Damals war es für die Naher Bürger ein Schock. Heute ist die Nachbarschaft selbstverständlich.“ Alle Gäste bekamen das Friedensbuch des Kalifen und einem Becher mit der Gravur: „Liebe für alle, Hass für keinen“.

( lin )

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