Norderstedt
Kreis Segeberg

Von Rentner angefahren: Mädchen stirbt am ersten Schultag

85-jähriger Autofahrer hatte die Elfjährige beim Abbiegen übersehen. Der ADFC plant eine Gedenkfahrt zum Unfallort.

Kisdorf/Henstedt-Ulzburg.  Der erste Schultag nach den Herbstferien wurde im Kreis Segeberg von einem schrecklichen Unfall überschattet. In Kisdorf starb ein elfjähriges Mädchen, das von einem Auto angefahren wurde. Das Kind aus Henstedt-Ulzburg befand sich vermutlich nach Schulschluss auf dem Weg nach Hause.

Der ADFC Henstedt-Ulzburg wird am heutigen Dienstag eine Gedenkfahrt zum Unfallort in der Nachbargemeinde Kisdorf machen. Start ist um 16 Uhr am Rathaus Henstedt-Ulzburg. Im Bereich Henstedter Straße/Mühlenredder ist geplant, eine Schweigeminute für die verstorbene Schülerin einzulegen.

Notarztteam konnte das Kind nicht retten

Das Unglück geschah am Montag gegen 13.10 Uhr auf dem für beide Fahrtrichtungen freigegebenen Radweg der Henstedter Straße. Ein 85-jähriger Mann, der mit seinem Mercedes in Richtung Kaltenkirchen fuhr, wollte nach rechts auf den Mühlenredder abbiegen und übersah dabei offenbar das Mädchen, das auf einem Fahrrad unterwegs war. Das Fahrzeug erfasste die Elfjährige, die schwer stürzte. Ob das Kind einen Helm trug, ist noch unklar.

Zwei Rettungswagen und ein Notarztteam waren im Einsatz, doch sie konnten das Kind nicht retten. „Das Mädchen verstarb noch an der Unfallstelle“, sagte Polizeisprecher Steffen Büntjen.

War es fahrlässige Tötung?

Die Polizei hat zur Rekonstruktion des Unfalls auf Anordnung der Staatsanwaltschaft einen Sachverständigen hinzugezogen. Er soll den genauen Hergang des Unglücks ermitteln. Ob dabei auch das Fahrzeug beschlagnahmt wird, ist noch offen. Möglicherweise wird auch die Fahrtüchtigkeit des 85-Jährigen überprüft. „Alle Umstände des Unfalls werden genau betrachtet“, sagte Büntjen. Gegen den Fahrer werde ermittelt.

Infrage kommt der Straftatbestand der fahrlässigen Tötung. Weitere Einzelheiten konnte die Polizei am Montag noch nicht nennen. Die Ermittlungen dauerten an, sagte der Polizeisprecher und fügte hinzu. „Die Kollegen müssen das Erlebte erst einmal verarbeiten.“