Norderstedt
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Bürger fordern, dass Parkgebühren überarbeitet werden

Er hat den Plan: Fachbereichsleiter Mario Kröska in er Tiefgarage unterm dem Norderstedter Rathaus.

Er hat den Plan: Fachbereichsleiter Mario Kröska in er Tiefgarage unterm dem Norderstedter Rathaus.

Foto: Andreas Burgmayer

Zwei Norderstedter wollen Gegenleistungen von der Stadt und geringere Kosten für die Autofahrer. Anliegen ist Thema im Eingabenausschuss.

Norderstedt. Zwei Norderstedter versuchen, die Parkgebühren für die Tiefgaragen in Norderstedt-Mitte noch zu verhindern beziehungsweise zumindest die Kosten für die Bürger zu reduzieren. Beide haben Eingaben an Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD) formuliert, der zuständige Eingabenausschuss wird sich auf seiner Sitzung am Mittwoch, 23. Oktober (18.15 Uhr, Rathaus, Sitzungsraum 1), mit dem Widerstand befassen.

Die Stadt will das Parken in den Garagen rund um das Norderstedter Rathaus Anfang des Jahres kostenpflichtig machen und damit verhindern, dass Menschen, die in Hamburg arbeiten, ihre Autos in Norderstedt-Mitte abstellen. Die Gefahr des „Parktourismus“ bestehe, seitdem die Nutzer der P+R-Plätze in Hamburg zahlen müssen. Außerdem soll die Gebührenpflicht dazu führen, dass die Dauerparker Parkplätze für die Kunden der Geschäfte freimachen. Pro Tag werden zwei Euro Parkgebühren erhoben, pro Woche zehn, pro Monat 40 und pro Jahr 480 Euro.

Die Gebührenhöhe ärgert die beiden Verfasser der Eingaben: 480 Euro pro Jahr seien „definitiv“ zu viel, zumal Betroffene keine Chance hätten, sich einen Teil der Ausgaben über die Einkommensteuer zurückzuholen. In Hamburg gebe es für Dauerpendler einen Jahresrabatt von 100 Euro. Das könne zur Folge haben, dass die Norderstedter ihre Fahrzeuge in Hamburg abstellen würden – und dort auch ihre Einkäufe erledigen und nicht mehr in Norderstedter Geschäften.

Kritik: Trotz Gebühren gibt es keine Stellplatzgarantie

Die beiden Kritiker betonen auch, dass sie auf ihre Autos angewiesen seien. Der eine, weil er und seine Frau in Hamburg arbeiten und es nur mit dem Pkw zu schaffen sei, die beiden Söhne morgens zur Kindertagesstätte zu bringen und nachmittags abzuholen. Die andere würde den Bus nutzen, doch die Verkehrsanbindung sei zu schlecht.

Bemängelt wird auch, dass es im Gegenzug für Parkgebühren keinen Service gebe: „Habe ich eine Stellplatzgarantie? Nein! Vielleicht sogar einen festen, nummerierten Platz? Nein! Ist die Anlage bewacht? Nein! Sind gewisse Bereiche nur für Jahreskarteninhaber zugänglich? Nein! Wird es in den Treppenhäusern nicht mehr nach Urin riechen? Werden die großen Pfützen verschwinden? Wohl nicht“, heißt es in einem der Schreiben.

Der Eingabenausschuss kann per Mehrheitsvotum beschließen, dass sich die Stadtvertretung mit dem Thema „Parkgebühren“ beschäftigen muss. So hat der Ausschuss aktuell bei einer Eingabe zur Frage eines möglichen Klimanotstandes entschieden, mit der sich die Norderstedter Stadtvertreter am morgigen Dienstag, 22. Oktober (19 Uhr, Rathaus, Plenarsaal), auseinandersetzen werden.

Eingabenausschuss, Mi 23.10., 18.15, Rathaus Norderstedt, Sitzungsraum 1