Norderstedt
Kreis Segeberg

Für Volker Manke ist die Jugend das klügste Investment

Volker Manke, erfolgreicher Geschäftsmann aus Henstedt-Ulzburg, liegt viel daran, den beruflichen Nachwuchs zu unterstützen.

Volker Manke, erfolgreicher Geschäftsmann aus Henstedt-Ulzburg, liegt viel daran, den beruflichen Nachwuchs zu unterstützen.

Foto: Burkhard Fuchs

Die Stiftung des Unternehmers aus Henstedt-Ulzburg schüttete 132.000 Euro an 19 Stipendiaten.

Henstedt-Ulzburg. Junge Studenten naturwissenschaftlicher Fächer und Gesellen, die ihre Meisterprüfung ablegen wollen, haben die Möglichkeit, sich von der Manke-Förderstiftung einige Jahre lang finanziell unterstützen zu lassen. Einzige Bedingung: Sie müssen einen Bezug zu Henstedt-Ulzburg haben, auf den örtlichen Schulen gewesen sein, hier wohnen oder arbeiten, sagt Stifter Volker Manke, der die Stiftung mit seiner Frau Monika Ende 2014 ins Leben gerufen und mit einem Kapital von einer halben Million Euro ausgestattet hat.

„Ich bin selbst hier geboren, aufgewachsen und habe viele Jahre ein Bauunternehmen geleitet“, erklärt der inzwischen 73-Jährige seine Beweggründe. Das Bauunternehmen, das sein Vater Heinz Manke gegründet hatte, führten inzwischen seine Kinder in dritter Generation weiter, die wiederum auch alle in Henstedt-Ulzburg zur Schule gegangen seien. Junge Studenten hätten meist nicht das Geld, sich ihr Studium allein finanzieren zu können, weiß der Stiftungsgründer. Viele wollten auch unabhängig von ihren Eltern sein, wie sie in den Bewerbungen schrieben. „Die wollen ihren Eltern nicht länger als nötig auf der Tasche liegen“, sagt Manke. „Das kann man verstehen.“

Gefördert würden allerdings keine geisteswissenschaftlichen Fächer und auch kein Jura-Studium, erklärt Manke, der selbst Jurist ist. „Wir wollen die naturwissenschaftlichen und technischen Fächer fördern.“ In diesen Bereichen gebe es Nachholbedarf. Dazu zählten Maschinenbau, Wirtschaftswissenschaften, Bio- und Chemieingenieur, Biologie, Physik, Chemie, Mechatronik, IT-Sicherheit, Flugzeug-Systemtechnik, Mathematik, kognitive und Agrarwissenschaften.

In den ersten vier Jahren habe die Stiftung elf Studenten mit jeweils 100 bis 300 Euro monatlich unterstützt. In diesem Jahr seien weitere sieben Zusagen für Stipendiaten erklärt worden. Aktuell würden 17 Studierende gefördert. Von 2015 bis 2019 seien 132.000 Euro an 19 Stipendiaten ausgeschüttet worden. Das sind im Durchschnitt 26.400 Euro pro Jahr. Die meisten bekämen den Höchstsatz von 300 Euro im Monat, sagt Manke. Sie müssten aber auch plausibel ihre finanziellen Verhältnisse darlegen. „Kontoauszüge und dergleichen wollen wir nicht sehen.“ Dafür aber Zeugnisse, die den Fortgang im Studium dokumentieren.

„Wichtig ist uns auch das soziale und ehrenamtliche Engagement der Bewerber, ob sie sich in der Freiwilligen Feuerwehr, der DLRG, im Sportverein, der Kirche oder Politik engagieren“, sagt Manke. Dieser Einsatz wirke sich positiv auf die Stipendiumsvergabe aus. Die Förderung ist auch über die Regelstudienzeit von drei Jahren hinaus möglich. „Wir haben gerade einem Studenten die Förderung verlängert, so dass er jetzt fünf Jahre lang gefördert wird.“

Die Zinserträge des Stiftungskapitals, das die gemeinnützige Förderstiftung vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft treuhänderisch verwalten und langfristig anlegen lässt, reichten allerdings allein nicht aus. „Wir geben jedes Jahr einen fünfstelligen Betrag aus unserem Vermögen hinzu“, erklärt Volker Manke.

Aber nicht nur Abiturienten, die technische Berufe ergreifen wollen, sollen künftig finanziell unterstützt werden. Auf ausdrücklichen Wunsch seiner Tochter Sonja, die Logopädin gelernt habe, möchte die Manke-Stiftung auch Handwerker und andere Gesellen, die ihre Meisterprüfung ablegen möchten, fördern. „Wir wollen auch diejenigen unterstützen, die sich mit ihrem Betrieb selbstständig machen wollen.“ Doch bislang scheint das noch zu wenig bekannt zu sein, wundert sich Manke.

Trotz seiner guten Kontakte zu den örtlichen und regionalen Wirtschaftsverbänden, der IHK und der Handwerkskammer, die er dabei um Mithilfe gebeten habe, hätte sich bislang noch kein Meisterschüler um ein Stipendium bemüht. Cindy Schmidt von der Prüfabteilung der Handwerkskammer Lübeck will diese Information künftig gerne an die Prüflinge und die Fortbildungszentren für die Vorbereitungslehrgänge weitergeben. „Wir haben jedes Jahr etwa 1000 Gesellen, die ihre Meisterprüfung ablegen und 250, die bestehen.“ Da seien bestimmt einige aus Henstedt-Ulzburg darunter.

Die finanzielle Förderung des Ehepaars Manke setzt bereits vor dem Studium an. So würden jedes Jahr die jeweils fünf besten Schulabgänger und Abiturienten des Alstergymnasiums, der Olzeborchschule und der Gemeinschaftsschule Rhen mit jeweils 100 bis 200 Euro für ihr tolles Zeugnis belohnt. „2650 Euro haben wir dafür allein in diesem Jahr ausgeschüttet“, erklärt Manke. Seit 2015 seien es 13.700 Euro gewesen. Die Schulleiter würden die Schüler vorschlagen, deren Empfehlung meist gefolgt würde.

Manke-Förderstiftung Henstedt-Ulzburg: Bewerbungen an das Deutsche Stiftungszentrum, Neuer Wall 9, 20354 Hamburg; www.deutsches-stiftungszentrum.de