Norderstedt
Kreis Segeberg

Andreas Bigott wehrt sich gegen Abberufung

Andreas Bigott (62) ist seit April 2018 im Amt Itzstedt tätig.

Andreas Bigott (62) ist seit April 2018 im Amt Itzstedt tätig.

Foto: Christopher Herbst / HA

Der abberufene leitende Beamte des Amtes Itzstedt spricht von einem „konspirativen“ Vorgehen einiger Bürgermeister der Amtsgemeinden.

Itzstedt. Der Amtsausschuss hat Andreas Bigott als leitenden Itzstedter Verwaltungsbeamten abberufen. Eine Entscheidung, die so bereits erwartet worden war. Doch Bigott nimmt den Beschluss, der in vier Wochen formal noch einmal gefasst werden muss, nicht hin, sondern wehrt sich öffentlich. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt spricht er von einem „konspirativen“ Vorgehen einiger Bürgermeister, von einer Eigendynamik. „Ich wüsste gern, was mir zur Last gelegt wird.“

Der 62-Jährige berichtet von mehreren Vorgängen, die gegen ihn verwendet würden. So habe es einen Streit um den Kauf einer gebrauchten Drehleiter der Feuerwehr Pinneberg durch die Gemeinden Nahe und Itzstedt gegeben. Bigott habe gesagt, es müssten Vergleichsangebote eingeholt werden, die Sache ging zur Kommunalaufsicht.

Ebenso habe er moniert, dass Bürgermeister offizielle Schreiben nicht über die Amtsstube, sondern von zu Hause verfassen würden. Unstimmigkeiten gab es auch, weil Bigott aus Rücksicht auf die Mitarbeiter keine Sitzungen in den Sommerferien wollte. Intern habe er eine „Teamleiterebene“ eingeführt, er wollte jüngeren Kräften Aufstiegschancen geben. Zudem ist Andreas Bigott weiterhin der Ansicht, dass die Position eines Amtsdirektors eingeführt werden sollte – der wäre nicht nur Chef der Verwaltung, sondern auch oberster Repräsentant. Die Funktion des Amtsvorstehers, der aus den Kreisen der Politik gewählt wird, wäre dann überflüssig, die Fraktionen hätten dann weniger Einfluss. Damit stieß Bigott, der zuvor in Mecklenburg-Vorpommern Ministerialbeamter war, auf wenig Gegenliebe bei den Bürgermeistern des Amtes.

Amtsvorsteher Bernhard Dwenger hat ein „Verbot der Führung der Dienstgeschäfte“ ausgesprochen. In Bigotts Büro wurde schon vor Wochen das Schloss ausgetauscht. Laut Dwenger sei das Vertrauensverhältnis „massiv gestört“. Er stellt fest: „Er bleibt Angestellter des Amtes. Wir können und werden ihn nicht rausschmeißen, sondern nur abberufen. Wir müssen ihm eine andere Tätigkeit zuweisen.“

Das könnte schwierig sein. Die Fachbereichsleiter sollen eine Erklärung unterschrieben haben, wonach sie mit ihrem bisherigen Vorgesetzten nicht mehr zusammenarbeiten könnten. Bigott ist Beamter auf Lebenszeit, er will auf keinen Fall kündigen, betont er. „Sie müssen mich adäquat einsetzen.“

Ob ein Mediator helfen könnte, ist fraglich. Landrat Jan Peter Schröder steht wohl nicht zur Verfügung. Robert Tschuschke, Sprecher der Verwaltung in Bad Segeberg, sagte hierzu: „Der Kreis als Kommunal- und damit Rechtsaufsicht ist nur für die Einhaltung der geltenden Verfahrens- und Rechtsvorschriften zuständig. Ein inhaltliche Beurteilung des in Rede stehenden rein internen Sachverhaltes steht ihm nicht zu.“