Norderstedt
Neue Kampagne

„Revolution Train“: Kommen 15.000 Euro vom Kreis?

Schüler in der Drogenhölle: Szene aus dem „Revolution Train“.

Schüler in der Drogenhölle: Szene aus dem „Revolution Train“.

Foto: STIFTUNGSFONDS NEUES TSCHECHIEN

Umstrittenes Projekt aus Tschechien bekommt Rückendeckung durch Wählerinitiative für den Kreis Segeberg. Fraktion beantragt Zuschuss.

Kreis Segeberg.  Der Anti-Drogen-Zug „Revolution Train“ soll 2020 im Kreis Segeberg rollen – wenn die dafür nötigen 140.000 Euro an Kosten aufgebracht werden. Das umstrittene Projekt aus Tschechien bekommt nun Rückendeckung durch die Wählerinitiative für den Kreis Segeberg (Wi-Se). Die Fraktion im Segeberger Kreistag beantragt im Ausschuss für Ordnung, Verkehr und Gesundheit einen finanziellen Zuschuss für den Zug in Höhe von 15.000 Euro durch den Kreis.

„Wir haben mit diesem Projekt die einmalige Möglichkeit eine Vielzahl an jungen Leuten zu erreichen und damit hoffentlich eine nachhaltige Aufklärungsarbeit zu leisten“, sagt Toni Köppen, Fraktionssprecher der Wi-Se. Dieser Einsatz gegen Drogen rechtfertige den Einsatz der finanziellen Mittel, so Köppen.

Kriminalpräventive und Jugendamt von Projekt überzeugt

Der von dem tschechischen Künstler Pavel Tuma zu einem intensiven Erlebnis-Parcours über Drogen und seine Folgen ausgebaute Zug soll in Norderstedt, Bad Bramstedt und Bad Segeberg Station machen. Die Termine sind für den Mai 2020 angesetzt. Initiiert wurde die Idee von dem Präventionsbeamten der Polizei, Jürgen Schlichting – allerdings in seiner Funktion als Vertreter der Kreisverkehrswacht. Denn sowohl das Innen- als auch das Sozialministerium in Kiel unterstützen die Idee nicht und untersagten dem Beamten das Projekt als Polizist zu befördern. Die Kritik: Das Projekt arbeite mit wenig nachhaltiger Schockwirkung.

Schlichting dagegen weiß aus seiner Arbeit als Präventionslehrer, dass es heute eine andere Ansprache brauche, um Jugendliche über Drogenmissbrauch zu informieren. Vom „Revolution Train“ überzeugt sind auch der Kriminalpräventive Rat Norderstedt und das Norderstedter Jugendamt. Wolfgang Banse vom Rat reiste nach Prag und begutachtete den Zug. Begeistert berichtete er dem Jugendhilfeausschuss, der schließlich 22.000 Euro Unterstützung beschloss. Auch die Gemeinde Henstedt-Ulzburg beteiligt sich mit 8000 Euro.