Norderstedt
Gesundheit

Mehr Windpocken-Fälle im Kreis Segeberg

Windpocken sind äußerst ansteckend. Die Impfung schützt davor.

Windpocken sind äußerst ansteckend. Die Impfung schützt davor.

Foto: AOK/hfr

Im ersten Halbjahr soll es 24 Meldungen gegeben haben. Krankenkasse ruft zu Impfungen auf. Besonders Kinder sollten geschützt werden.

Kreis Segeberg.  Im Kreis Segeberg ist die Zahl der nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldeten Windpocken-Fälle im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Insgesamt wurden 24 Infektionen gemeldet, im ersten Halbjahr 2018 waren es 19. Das teilte die AOK Nordwest auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit.

„Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind äußerst ansteckend. Aufgrund der steigenden Infektionsfälle raten wir dazu, insbesondere Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch. „Die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen selbstverständlich für ihre Versicherten bezahlt.“ Die erste sogenannte Varizellen-Impfung für Kinder wird von der STIKO im Alter von elf bis 14 Monaten empfohlen. Die zweite Impfung sollte in einem Lebensalter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. „Die Entscheidung, ob Eltern ihr Kind impfen lassen, kann ihnen niemand abnehmen. Es ist jedoch wichtig, dass sich Eltern mit diesem Thema auseinandersetzen, um gestärkt im Sinne ihres Kindes zu handeln“, sagt Wunsch. Eine Impfung kann nachgeholt werden, wenn sie nicht im empfohlenen Alter erfolgte.

Auslöser für Windpocken ist das sogenannte Varizellen-Zoster-Virus, das durch Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen wird. Dieses Virus zählt zu den Herpesviren. Die Ansteckungsgefahr beginnt einen Tag, bevor der Hautausschlag auftritt, und endet, wenn die Bläschen austrocknen. Erst zehn Tage bis drei Wochen nach der Ansteckung äußert sich die Infektion in Form von Kopf-, Rücken- oder Gliederschmerzen und Fieber. Ein bis zwei Tage später treten linsengroße rote Flecken auf der Haut auf, die sich zunächst in stark juckende Knötchen, anschließend in Bläschen verwandeln. Die Bläschen sind mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt, die in hohem Maße ansteckend ist.

Innerhalb von ein bis zwei Wochen verkrusten sie und fallen ab. Trotz des extremen Juckreizes sollten Windpocken nicht aufgekratzt werden. Dies kann nicht nur Narben hinterlassen. Durch das Kratzen können sich die Bläschen auch entzünden und es kann zu schweren Hautinfektionen kommen.

Vom Arzt verordnete Salben oder Lotionen lindern den Juckreiz. Wie bei allen Virusinfektionen hilft Bettruhe bei der Genesung. Die Windpocken-Erreger verbleiben, wie alle Herpesviren, nach einer durchgemachten Windpockeninfektion im Körper. Sie ruhen sozusagen und können unter besonderen Umständen reaktiviert werden.

Fakten zum Impfschutz und für die Entscheidung „Impfen – ja oder nein?“ gibt es unter aok.de/nw, Rubrik Leistungen & Services.