Norderstedt
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„Stadtverwaltung behandelt uns wie Untertanen“

Udo Grenz und Horst Böhncker (r.) von der IG Scharpenmoor.

Udo Grenz und Horst Böhncker (r.) von der IG Scharpenmoor.

Foto: Andreas Burgmayer

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Scharpenmoor wehrten sich gegen Straßenausbaubeiträge – vergebens.

Norderstedt.  Sie haben alles versucht – und sind doch gescheitert. Die Interessengemeinschaft Scharpenmoor – ein Zusammenschluss aus Anwohnern der Straße in Garstedt – wehrte sich vehement dagegen, für den Ausbau der maroden Piste vor ihrer Tür bezahlen zu müssen. Doch die Politik beschied den Bürgern am 16. Mai, im Einklang mit der Stadtverwaltung, dass der Ausbau als Shared Space-Bereich erfolgen wird, dass es sich dabei um einen erstmaligen Ausbau der Straße nach Bundesbaugesetz handelt und insofern die Bürger den Löwenanteil der Kosten zu tragen hätten.

Nun melden sich die verärgerten Anwohner mit einem Offenen Brief an Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder erneut zu Wort. Darin drücken sie aus, dass sie sich von der Verwaltung wie „Untertanen“ und nicht wie mündige Bürger behandelt fühlen.

Für die Bürger gibt es trotz der Entscheidung im Ausschuss immer noch viele offene Fragen, die sie gerne geklärt hätten. Deswegen wandten sie sich in zwei Schreiben im Juni und im August an die Verwaltungschefin – und erhielten nach eigenen Angaben keine Antwort.

In der Bürgersprechstunde mit der Oberbürgermeisterin hatten sich die Scharpenmoor-Anwohner noch die Zusage abgeholt, dass sich Roeder der Sache annehmen werde. Die Verwaltungschefin gab die Fragen an die zuständige Fachabteilung weiter. „Diese hat uns wie Untertanen behandelt, schlimmer noch, uns bei der Beteiligung an Planung und Gestaltung unserer Straße sogar ausgetrickst. Als wir noch um lesbare Baupläne baten, war die Beschlussvorlage schon fix und fertig und wurde auch nicht mehr geändert“, schreiben die Anwohner in dem Brief.

Die Bürger verstehen nicht, warum das Scharpenmoor nur zwischen Am Sood und der Goethestraße kostenpflichtig ausgebaut wird. „Hier wird uns eine Einsichtnahme in die beitragsrechtliche Bewertung der Straße nicht gewährt“, behauptet die IG. Sie fordert Roeder auf, sich persönlich um die Belange ihrer Bürger zu kümmern.