Norderstedt
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Dieter Powitz wird erster Kulturamts-Leiter

Dieter Powitz (56) wird Kulturamts-Leiter in Norderstedt.

Dieter Powitz (56) wird Kulturamts-Leiter in Norderstedt.

Foto: Wolfgang Huenerbein / Wolfgang Hünerbein

Der 56-Jährige tritt seinen Dienst im Rathaus am 1. Januar an. Er versteht sich als Netzwerker und als Dienstleister in Sachen Kultur.

Norderstedt . Das große Vakuum in der Norderstedter Kultur hat (fast) ein Ende. Die Stadt erhält erstmals einen Amtsleiter für Kultur. Am 1. Januar tritt Dieter Powitz dieses neue Amt im Rathaus an. Das Amt ist Kulturdezernentin Anette Reinders unterstellt, der künftige Amtsinhaber ist für alle kulturellen Einrichtungen der Stadt zuständig.

Auf Dieter Powitz warten zahlreiche und große Aufgaben, denn in Norderstedt gibt es so manche Kultur-Baustelle. Das zu errichtende Bildungshaus ist eine davon – das Projekt befindet sich allerdings auf einem guten Weg. Schlechter steht es um das auf Eis gelegte Stadtmuseum. Auch um das von Norderstedts Musikszene heiß ersehnte Konzerthaus ist es ruhig geworden. Nicht zuletzt gibt es sicherlich noch reichlich Klärungsbedarf hinsichtlich der Musicalschule Copa. Für die Berufsergänzungsschule mit den beiden Ausbildungszweigen Musical und Tanzpädagogik läuft, wie berichtet, das Insolvenzverfahren.

„Norderstedts Kultur ist für mich eine Herausforderung, auf die ich mich sehr freue“, sagt Dieter Powitz. Allen voran will der 56-Jährige sich dem Bildungshaus widmen. „Die Hülle steht, der Zeitplan steht, jetzt geht es um die innere Gestaltung und die Umsetzung, wie wir diesem Ort gerecht werden, wie wir einen Wohlfühl-Charakter für alle erzielen“, sagt Dieter Powitz.

Noch ist der gebürtige Mainzer Leiter des Kulturbetriebs in Düren in Nordrhein-Westfalen. Dieter Powitz studierte Theaterwissenschaft, Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte in Hamburg und München. Er war Dramaturg am Stadttheater Hildesheim, von 1995 bis 1998 Company-Manager beim Musical „Buddy“ in Hamburg, Produktionsmanager in Bremen sowie stellvertretender Intendant am Theater Bielefeld.

Kultur ist für den verheirateten Vater zweier erwachsener Söhne lebensnotwendig: „Wo die Kultur wegbricht, tritt rohe Gewalt hervor, die Kultur gehört zur Basisversorgung einer Stadt.“

In Düren hat er sich einen Kulturtraum erfüllt: Der passionierte Rennradfahrer und Taucher hat eine Tanzgruppe mit mehr als 80 Mitwirkenden aufgebaut. In der Gruppe sind alle Generationen, Menschen mit Handicaps, Sportler und Tanzprofis vertreten.

Powitz will ein kreatives Konzept für alle erarbeiten

„Das kann ich mir auch für Norderstedt gut vorstellen, denn Kultur ist Bestandteil des sozialen Miteinanders, und dafür ist Tanz wunderbar, denn er ist eine demokratische Kunstform“, sagt Dieter Powitz. Beim Schauspiel würden beispielsweise Menschen, die die Sprache nicht gut beherrschen, ausgegrenzt, beim Tanz aber könnten alle Menschen abgeholt werden. „Tanz beflügelt Menschen und ist zudem gut mit anderen Kunstformen vernetzbar“, sagt Powitz.

Norderstedts künftiger Kulturamtsleiter versteht sich ohnehin als Netzwerker und will die Bürgerinnen und Bürger miteinander in Beziehung bringen. „Erst einmal bin ich Dienstleister in Norderstedt, ich will zuhören und den Stand analysieren, um mit den Menschen ein kreatives Konzept für alle, für die ganze Stadt zu entwickeln“, sagt Powitz. Er wolle einerseits engen Kontakt zu allen Kulturschaffenden halten und andererseits das Kultur-Publikum ständig erweitern.

„Sehr wichtig ist der Respekt voreinander, das bilaterale Gespräch, bei dem ich besonders auf die Zwischentöne achten werde“, sagt Powitz. Zudem würde die erste Phase seiner Amtszeit in Norderstedt nie wiederkehren, das wolle er konstruktiv nutzen. Dazu gehöre auch, viele Einzelgespräche zu führen, beispielsweise mit Norderstedts Kulturträgern, um ihre Wünsche und Sorgen, ihre Konzepte und Ziele kennenzulernen. „Das wird ein Marathon, aber ich freue mich darauf“, sagt Dieter Powitz.