Norderstedt
Pfadfinder

Im Rantzauer Forst Freundschaften fürs Leben schließen

Knapp 100 Mädchen und Jungen des katholischen Pfadfinderverbandes verbrachten das Wochenende beim Zelten im Rantzauer Forst in Norderstedt.

Knapp 100 Mädchen und Jungen des katholischen Pfadfinderverbandes verbrachten das Wochenende beim Zelten im Rantzauer Forst in Norderstedt.

Foto: Burkhard Fuchs

100 kleine Pfadfinder erlebten in Norderstedt in einem Zeltlager ein Wochenende voller Abenteuer.

Norderstedt . Allein schon die Menge an Essen war gewaltig. Gut 20 Kilogramm Kartoffelsalat und 15 Kilogramm Nudeln hatte Küchenchef Christian Heppner mit seinem Team für die hungrige Pfadfindermeute zubereitet. Und das war nur das Abendessen mit Grillwurst für die knapp 100 Wölflinge, die zwei Tage lang im Rantzauer Forst auf dem Zeltplatz Vossbarch bei den Norderstedter Syltkuhlen in großen Zelten campierten.

Aus Hamburg, Lübeck und Norderstedt war die im Alter von sechs bis zehn Jahren zweitjüngste Gruppe der katholischen Pfadfinderschaft Sankt Georg des Erzbistums Hamburg nach Norderstedt gekommen, zu der bundesweit fast 100.000 junge Pfadfinder gehören.

„Wir organisieren solche Pfadfindertreffen, damit sich die Kinder untereinander besser kennenlernen, Spaß haben und miteinander spielen können“, sagt Laura Büttgen, eine der 30 Betreuerinnen der Pfadfindergruppe, die mit ihren kleinen „Luchsen“ in den Wald nach Norderstedt gekommen war.

Und dort mussten die Kinder gleich ein großes Abenteuer überstehen. Ihr Maskottchen Wölfi, ein orangefarbenes Wuscheltier, war plötzlich verschwunden. Entführt und irgendwo im Wald versteckt. Die jungen Pfadfinder sollten das orangene Viech suchen und dabei allerlei Aufgaben lösen.

„Die waren ganz schön schwer“, beschwerte sich hinterher der neun Jahre alte Jan-Hendrik Mies, während er genüsslich in sein Grillwürstchen biss. Mit zwei Eimern, in die jeweils drei und fünf Liter Wasser hinein passten, sollten sie genau vier Liter abmessen. Unlösbar, protestierten Jan-Hendrik und sein ein Jahr älterer Kumpel Juris Schreiber über diese Aufgabe der höheren Mathematik, für die sie ein Hin- und Her-Befüllen des Wassers aus beiden Eimern gebraucht und einmal das ganze Wasser aus dem vollen, größeren Eimer hätten ablaufen lassen müssen.

Doch die Suche habe trotzdem sehr viel Spaß gemacht, beteuerten sie. „Vor allem das Klettern durch die Stangen“, sagte Juris beim Abendbrot, das sich die Kinder ganz artig in kleinen Gruppen der Reihe nach beim Küchenteam abholten. Das Maskottchen war jedenfalls wieder da. Dies hätten die Betreuer noch am Abend zuvor gemeinsam zusammengenäht, erklärte Betreuerin Laura Büttner, während ihre Kollegin Freda Abel, erfahrene Pfadfinderin aus Norderstedt, das knallig orangefarbene Kostüm mit Hilfe von Belinda Gärtner anpasste, mit dem sie später die Kinder bei der gemeinsamen Suche durch den Wald foppen sollte. „Die Zeit mit den Kindern zu verbringen und zu erleben, wie sie Abenteuer bestehen, macht sehr viel Spaß“, sagte Freda Abel. Sie ist bereits seit zwölf Jahren bei den katholischen Pfadfindern und wie ihre Kolleginnen Belinda und Laura seit ein paar Jahren als Betreuerinnen mit den Jüngsten in den Ferien nach Dänemark, Schweden, England und Schottland gereist. „Du kriegst unheimlich viel zurück.“

Auch wenn morgens und abends gemeinsam gebetet und christliche Werte wie etwa das Teilen vermittelt werden würde, sei es vor allem „das spielerische Lernen“, an das die jungen Pfadfinder-Kinder herangeführt werden sollen, erläuterte Lara Büttgen. So bekommen die Wölflinge jeweils ein orangefarbenes Halstuch überreicht, als Beweis, dass sie ein bestimmtes Versprechen für die Gruppe abgegeben haben.

„Ich habe erklärt, dass ich immer hilfsbereit sein werde und mit anderen Kindern spielen will, die keinen zum Spielen haben“, sagte die neun Jahre junge Julia Steciuk. „Und ich habe mich bereit erklärt, mich an neuen Spielen zu beteiligen“, beteuerte Elena Roldan. Die beiden Hamburger Mädchen sind seit Stunden unzertrennlich. „Wir haben uns erst heute zum ersten Mal getroffen“, sagte Elena. „Aber das ist das Schöne am Pfadfindersein, dass man immer wieder neue Freunde kennenlernt.“ Diese Aussage bestätigt die elf Jahre ältere, erfahrende Pfadfinderin Belinda Gärtner. Neben dem Spaß und Spiel in der Gruppe und dem Erlebnis in der Natur beim Zelten und Lagerfeuer bringe das Pfadfindertum vor allem eines: „Freundschaften fürs Leben“, sagte die junge Frau, die einmal OP-Schwester werden will.