Norderstedt
Kreis Segeberg

Drei Trassen für den Radschnellweg nach Hamburg

Die Trassen sollen nicht mit dem Natur- und Landschaftsschutz oder dem Denkmalschutz kollidieren(Symbolbild).

Die Trassen sollen nicht mit dem Natur- und Landschaftsschutz oder dem Denkmalschutz kollidieren(Symbolbild).

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Die 47 Kilometer lange Autobahn für Radler verbindet Bad Bramstedt mit der Hansestadt. Abstimmung am Donnerstag.

Norderstedt.  Monatelang wurde diskutiert, Radfahrer haben gespannt gewartet: Nun stehen drei mögliche Trassen für den geplanten Radschnellweg von Bad Bramstedt, über Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg und Norderstedt bis nach Hamburg.

Favorisiert im Bereich Norderstedt wird eine Trasse, die den Schnellweg breit und möglichst barrierefrei an der Schleswig-Holstein-Straße entlangführt. Vom Kreisverkehr am Ochsenzoll bis zur nördlichen Stadtgrenze in Höhe Meeschensee könnten Radler künftig freie Fahrt haben. Den Plänen muss der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr am Donnerstag, 19. September, noch zustimmen. Zwei alternative Routen sind ebenfalls noch im Gespräch: Die eine verläuft entlang der U-Bahn- und AKN-Gleise, die andere ganz im Westen der Stadt. Sie würde fast ausschließlich durch die Natur führen.

Der Radschnellweg führt über 47 Kilometer Strecke

Für die Trassenverläufe hat ein Gutachter die Vorschläge von Bürgern aus Planungsworkshops mit Ergebnissen der Diskussionen in den Facharbeitsgruppen der beteiligten Städte und Gemeinden kombiniert. Die Trassen sollen nicht mit dem Natur- und Landschaftsschutz oder dem Denkmalschutz kollidieren, Konflikte mit Autofahrern, Fußgängern, Bussen und Bahnen sowie Reitern vermeiden, möglichst wenig Kreuzungspunkte, aber viel soziale Sicherheit bieten. Nur so sei das Ziel erreichbar, Pendler zum Umstieg vom Auto aufs Rad zu bewegen. Um die Kosten für den Ausbau gering zu halten, sollen die Planer möglichst auf schon bestehende Routen zurückgreifen.

Für Henstedt-Ulzburg gibt es zwei mögliche Verläufe

Norderstedt ist nur eine Station auf der Strecke, die über 47 Kilometer Länge und auf vier Metern Breite weitgehend kreuzungsfrei von Bad Bramstedt über Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg und Norderstedt nach Hamburg führen soll. Auf Hamburger Gebiet soll die Vorzugs­trasse weitgehend entlang der U-Bahngleise über Langenhorn und Fuhlsbüttel bis etwa zur Station Sengelmannstraße verlaufen. Diese Trasse wiederum gehört zu den acht Radschnellwegen, die Menschen möglichst schnell von Stade im Westen, Wismar im Osten, Bad Bramstedt im Norden und Lüneburg im Süden in die Hamburger City bringen sollen. Federführend für das Großprojekt, das 275 Kilometer Strecke umfasst, ist die Metropolregion Hamburg.

Für Henstedt-Ulzburg gibt es zwei mögliche Verläufe: an der Hamburger Straße entlang bis zum Dreangel und weiter über die Amselstraße. Und eine Trasse, die etwa parallel zur Hamburger Straße verläuft, bis zur Maurepasstraße, dann entlang der Heidekoppel bis zum Autobahnzubringer. Die Alternative führt von der Schleswig-Holstein-Straße über Am Brüderhof, Wilstedter Straße, Immbarg, An der Alsterquelle, Norderstedter Straße weiter nach Norden zur Kaltenkirchener Straße. In Kaltenkirchen führt die westliche Trasse vom Autobahnzubringer über den Hohenmoorweg, Am Hohenmoor und Kallieser Straße zur Barmstedter Straße und weiter an der Holstentherme vorbei zur Autobahn 7. Im Osten würde sie auf dem Greff bis etwa zum Radensweg führen, ehe sie dort scharf nach Westen abknickt und zur Autobahn führt. Anschließend nähern sich die Trassen an und vereinen sich in Nützen. Von dort geht es über Lentföhrden in die Innenstadt von Bad Bramstedt.

Trasse an den Bahngleisen in Norderstedt wäre viel zu teuer

In Norderstedt galt lange die Strecke entlang der Bahngleise als Favorit. Doch dort könne es auf längeren Abschnitten Konflikte mit Fußgängern geben, schreibt Radplanerin Christine Haß in der Vorlage für die Ausschusssitzung. Der Ausbau sei ohne „erhebliche Eingriffe in den Natur- und Landschaftsschutz nicht möglich“. Eine erste Kostenschätzung lag bei mehreren Millionen Euro. „Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar“, schreibt Haß. Die westliche Trasse müsste größtenteils neu angelegt werden, was erhebliche Eingriffe in den Natur- und Landschaftsschutz bedeute. Zudem verlaufe dort der grüne Ring um die Stadt. Auf einem Radschnellweg entlang der Schleswig-Holstein-Straße seien hingegen keine Konflikte mit Fußgängern oder geparkten Autos zu erwarten. Die Strecke sei gut an das bestehende Radwegenetz angebunden. Zudem handele es sich bei dieser Variante um die kürzeste Strecke. Fraglich sei allerdings, ob diese Variante mit dem geplanten Ausbau der Schleswig-Holstein-Straße kollidiert.

Beschließt der Ausschuss diese Route, wird die Arbeitsgruppe die Strecke abfahren und erste Maßnahmen diskutieren. Die Standards für Radschnellwege sollen angewendet und daraus die Details für den Ausbau und die Kosten abgeleitet werden. Die Metropolregion wolle ein Logo entwickeln. All das soll in einem Abschlussbericht zusammenfließen, der Ende 2020 vorliegen soll.