Kulturszene

Blueswerk ist jetzt Kulturträger – doch es gibt Kritik

Bekommt jetzt Geld aus dem Rathaus: Miro Berbig, Vorsitzender des Norderstedter Kulturträger-Vereins Blueswerk.

Bekommt jetzt Geld aus dem Rathaus: Miro Berbig, Vorsitzender des Norderstedter Kulturträger-Vereins Blueswerk.

Foto: Andreas Burgmayer

Der Verein mit dem Linken-Chef Miro Berbig an der Spitze bekommt jetzt Förderung von der Stadt – was ein Kritiker nicht gut findet.

Norderstedt.  Die Stadt Norderstedt hat einen neuen Kulturträger. Der Kulturausschuss hat mit den Stimmen von CDU, FDP und AfD beschlossen, dem Verein Blueswerk Norderstedt den Status zuzuerkennen.

Der Verein mit aktuell 25 Mitgliedern wird angeführt von Miro Berbig, dem Stadtvertreter der Partei Die Linke. Zusammen mit der städtischen Mehrzwecksäle Norderstedt GmbH (MeNo) hatte Berbig das Blueswerk-Konzept ausgearbeitet. Zehn Konzerte mit internationalen Blues- und Blues-Rock-Bands will das Blueswerk jährlich im Norderstedter Kulturwerk veranstalten. Bislang hatte der Verein lediglich die künstlerische Leitung, die MeNo trat als Veranstalter auf und behielt die Einnahmen aus den Konzerten. In der Saison 2019/2020 ist der Verein für zwei Konzerte bereits alleinverantwortlich, ab 2020 will er alle Konzerte veranstalten, die MeNo als Partner ist dann nicht mehr dabei. „Dafür brauchen wir den Status als Kulturträger“, sagt Berbig.

Music Star-Macher Wolfgang Sedlatschek hält die Entscheidung für falsch

Im Vorfeld der Entscheidung des Kulturausschusses hatte es Streit um Berbigs Blueswerk gegeben. Wolfgang Sedlatschek, langjähriger Betreiber des Music Star, sieht das Blueswerk kritisch. „Ich trage für meine Veranstaltungen das komplette Risiko als Veranstalter. Berbig hat die MeNo im Rücken und bekommt jetzt auch noch den Kulturträgerstatus. Das ist ungerechtfertigt.“ Er bleibt bei seiner Einschätzung, dass es ein „Geschmäckle“ habe, dass Berbig als ehemaliges Kulturausschussmitglied und Mitglied des Aufsichtsrates der MeNo mit ebenjener Gesellschaft gemeinsame Sache mache. Dass Berbig seine Tätigkeit im Kulturausschuss und im Aufsichtsrat niedergelegt habe, sei zu spät geschehen, sagt Sedlatschek. Tatsächlich hatte Berbig im Abendblatt behauptet, noch vor dem ersten Konzert des Blueswerk zurückgetreten zu sein. „Dem ist nicht so“, sagt Berbig. Tatsächlich sei er erst am 28. August 2018 zurückgetreten, da liefen bereits Blueswerk-Konzerte. Berbig verwehrt sich aber gegen Sedlatscheks Vorwurf, seine Position als Kulturpolitiker für eigene Zwecke ausgenutzt zu haben.

Ebenso bleibt Berbig bei seinem Vorwurf, seinem ehemaligen Freund Sedlatschek den Rücken gekehrt zu haben, weil der im Internet gegen Migranten gehetzt habe. Sedlatschek kann diese Vorwürfe nicht fassen: „Es ist völlig unmöglich, mir Rassismus vorzuwerfen. Ich zähle viele Migranten zu meinem Freunden. In meinem Club ist die Welt zu Gast. Und gerade habe ich für eine Migrantenfamilie in Fadens Tannen einen großen Kühlschrank besorgt. Diese Vorwurf gegen mich ist absurd!“