Norderstedt
Umweltschutz

Bürgerinitiative will Henstedt-Ulzburgs Bäume retten

Die umstrittene Linde im Henstedt-Ulzburger Ortsteil Henstedt wurde am 2. August in den frühen Morgenstunden heimlich gefällt.

Die umstrittene Linde im Henstedt-Ulzburger Ortsteil Henstedt wurde am 2. August in den frühen Morgenstunden heimlich gefällt.

Foto: Frank Knittermeier

Nach der umstrittenen Fällung einer Linde in Henstedt wurde aus den Lindenrettern die HU-Blattwerk: "Grünerhalt für Lebensqualität".

Henstedt-Ulzburg. Die symbolträchtige Linde in Henstedt ist am 2. August gefällt worden, doch die „Lindenretter“, jene Bürgerinitiative, die den Laubbaum retten wollte, macht weiter. Und zwar als „HU-Blattwerk“ mit dem Motto: „Grünerhalt für Lebensqualität“. Ilona Schlömann, eine der Gründerinnen, sagt: „Wir müssen uns jetzt umso mehr für den Erhalt des noch vorhandenen Grüns in der Gemeinde einsetzen. Es kann nicht sein, dass sich Henstedt-Ulzburg mit dem Slogan ,Gemeinde im Grünen’ schmückt, in Wahrheit aber die Politiker von drei Fraktionen sehenden Auges munter Bäume fällen lassen. Wir brauchen mehr Mitstreiter. Was wir wollen, hat einen Wert, keinen Preis.“

In der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am Montag zeigte die BI sogleich Präsenz, kommentierte in der Einwohnerfragestunde die Vorgänge rund um die Lindenfällung deutlich. Jörg Schlömann, ebenso Sprecher der Gruppe, warf CDU, FDP und BfB vor, einen „Siedlungsdruck“ herbeireden zu wollen, um Bauprojekte zu rechtfertigen. „Wir bauen Wohnungen für Hamburger. In Henstedt-Ulzburg gibt es keinen Wohndruck.“ Andre Martin (CDU) entgegnete dem, man versuche, die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten. „Wir wollen hier kein Wedding“. Aber man müsse der Nachfrage Rechnung tragen. „Wir versuchen, entlang der Siedlungsachsen nachzuverdichten und entlang der Hauptverkehrsstraßen.“

Im „Linden-Fall“ laufen derweil die Ermittlungen. Dem Makler Benedict Bauer als Investor des Bebauungsplans 141 droht ein Bußgeld. Bürgermeister Stefan Bauer bestätigte, dass der B-Plan zwar rechtswirksam sei, aber nicht die Fällung vor dem 1. Oktober. Das sei sowohl ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz als auch gegen die örtliche Baumschutzsatzung. „Das ist eine Ordnungswidrigkeit, keine Straftat. Für die Zukunft mehren sich derweil die Stimmen, die für striktere Vorgaben beim Erhalt von Bäumen beziehungsweise für Ersatzpflanzungen fordern. „Wir möchten B-Pläne, die erhalten, was erhaltenswert ist – unseren Baumbestand“, sagte Karin Honerlah von der WHU.

Kontakt zur Bürgerinitiative „HU-Blattwerk“: ilona.schlom@gmail.com; Tel. 0160/635 66 63; Facebook-Gruppe „HU-Blattwerk“