Norderstedt
Tuberkulose

Borsteler Forscher unterstützen Mosambik

Eine Röntgenaufnahme eines erkrankten Patienten.

Eine Röntgenaufnahme eines erkrankten Patienten.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Ein Team des Forschungszentrums ist kürzlich aus Mosambik zurückgekehrt. Die Fachleute halfen vor Ort bei der Schulung eines Gerätes.

Borstel.. Zwar nehmen auch unter anderem in Deutschland die Zahlen – wenn auch in vergleichsweise geringem Rahmen – zu, doch vor allem in ärmeren Ländern ist Tuberkulose weiterhin ein gravierendes Problem. Ein Beispiel ist Mosambik. Ein Team des Forschungszentrums Borstel ist kürzlich von dort zurückgekehrt. Die Fachleute der renommierten Einrichtung halfen vor Ort dabei, eine moderne Technologie zur Analyse von Resistenzgenen eines bestimmten Erregers (Mycobacterium tuberculosis) in Betrieb zu nehmen. Der westafrikanische Staat hat hohe Fallzahlen von antibiotikaresistenter Tuberkulose – Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von einer hohen Inzidenz.

Molekulare Methoden ersetzen herkömmliche Tests

Um das zu behandeln, ist eine schnelle Diagnose nötig. Dabei hilft eine Sequenziertechnologie – die DNA wird aus den hoch infektiösen Bakterien isoliert und auf Resistenzgene untersucht. Genau darin haben die Borsteler Forscher die Mitarbeiter in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo geschult. Die Kooperation, die unter der Bezeichnung „SeqMDRTB_NET“ läuft, wird gefördert über das „Global Health Protection Program“ des Bundesgesundheitsministeriums. Partner in Maputo ist das dortige Nationale Gesundheitsinstitut.

„Die schnelle Bestimmung der Resistenz gegen zurzeit verfügbare Medikamente ist entscheidend für die Einleitung einer wirksamen Behandlung von Tuberkulose-Patienten“, sagt Stefan Niemann, Leiter der Forschungsgruppe Molekulare und Experimentelle Mykobakteriologie in Borstel. „Die hier eingesetzten molekularen Methoden sind eine schnelle Alternative zu herkömmlichen Tests.“ Allgemein verfolgt das Forschungszentrum das Ziel, Mechanismen chronischer Lungenerkrankungen besser zu verstehen, um daraus innovative Konzepte zu Diagnostik, Prävention und Therapie ableiten zu können.

Kapazitäten in Maputo sollen weiter ausgebaut werden

Im nächsten Schritt wird das Projektteam das Verfahren evaluieren. Neben einer kontinuierlichen Schulung wird die Interpretation der gesammelten Daten im Fokus stehen. Dazu sollen die Sequenzierungskapazitäten ausgebaut werden, damit die Tuberkulose-Patienten in Mosambik künftig eine möglichst wirksame Therapie erhalten können.