Norderstedt
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Initiative fordert den Bau von Wasserspendern

Setzen sich für mehr Wasserspender ein: Thomas Thedens (Freie Wähler) und Anette Kahlert vom Seniorenbeirat im Stadtpark.

Setzen sich für mehr Wasserspender ein: Thomas Thedens (Freie Wähler) und Anette Kahlert vom Seniorenbeirat im Stadtpark.

Foto: Andreas Burgmayer

Politiker und Seniorenbeirat wollen Trinkwasser überall in Norderstedt verfügbar machen. Auch Plastik könnte auf diese Art eingespart werden.

Norderstedt..  Es war bei der Einweihung eines Spielplatzes in Glashütte als der Anwohner Rainer Brandt und Ingmar Hopp von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Norderstedt (UWN) ins Gespräch kamen. „Es war heiß. Herr Brandt hatte Durst und regte an, wie gut es doch wäre, wenn die Stadt auch noch einen Wasserspender auf dem Spielplatz aufgestellt hätte“, sagt Hopp.

Aus der Anregung eines Bürgers ist nun eine politische Initiative geworden. Hopp trug das Anliegen in den Seniorenbeirat, dort fand er mit dem Stadtvertreter Thomas Thedens (Freie Wähler) und der Vorsitzenden Angelika Kahlert Mitstreiter. Gemeinsam schieben sie nun die Debatte an, ob es in Norderstedt nicht ein Netz aus Wasserspendern im öffentlichen Raum geben sollte.

„Wasserspender sollten an den großen Norderstedter Spielplätzen und auch an anderen hochfrequentierten öffentlichen Plätzen in unserer Stadt verfügbar sein, so wie das im Stadtpark schon der Fall ist“, sagt Thomas Thedens. „Gerade für Senioren, die häufig vergessen ausreichend zu trinken, wären die Säulen wichtig“, sagt Ingmar Hopp.

Fakt ist: Die Sommer werden heißer, die Menschen müssen mehr trinken – und trotzdem tun sie es manchmal nicht. Zwei bis drei Liter Wasser braucht der Mensch täglich, mindestens 1,5 Liter davon sollte er über Trinken zu sich nehmen. Aus Sicht der Kommunalpolitiker könnten die öffentlichen Wasserspender für eine bessere Verfügbarkeit von Trinkwasser sorgen. „Vielleicht könnte man die Säulen mit Schildern versehen: Trinken nicht vergessen!“, sagt Thedens.

Die Diskussion um Wasserspender im öffentlichen Raum wird längst nicht nur in Norderstedt geführt. Die Europäische Union hat in ihrer aktualisierten Trinkwasserrichtlinie alle Mitgliedstaaten aufgefordert, den Zugang zu Trinkwasser für ihre Bürger zu verbessern – auch durch das Aufstellen von öffentlichen Wasserspendern.

Andere Bundesländer fördern den Brunnenbau mit viel Geld

In Rheinland-Pfalz hat das zu einem Förderprogramm des Landes für den Bau solcher Brunnen geführt. Für jeden der bis zu 100 geförderten Brunnen erhalten die Kommunen 4000 Euro vom Land. Die gesamten Investitionskosten für die Installation gibt das Ministerium mit 10.000 bis 15.000 Euro an. Die Betriebskosten tragen die Kommunen. Für 21 Brunnen liegen Anträge vor, 50 Kommunen haben Interesse bekundet, Kaiserslautern und Trier haben bereits je zwei Brunnen gebaut. Die Stadtwerke Trier kalkulieren mit Kosten von 1000 bis 1750 Euro jährlich.

Bei der Versorgung des öffentlichen Raumes mit Trinkwasser geht es dabei nicht nur um den Kampf gegen Durst und Dehydrierung. Ziel der Idee ist es auch, Plastikmüll einzusparen.. Statt die üblichen Halbliter-Plastikflaschen zu kaufen, könnten die Bürger am Spender trinken oder eine Mehrwegflasche befüllen. Trier hat hochgerechnet, dass mit 100 Brunnen etwa 4,8 Millionen dieser Plastikflaschen eingespart werden könnten.

Mit genau diesem Ansatz hat die Quickborner SPD im Juli beantragt, dass die Stadtwerke an geeigneten Stellen der Stadt – etwa im Forum, im Bürgerhaus, im Freibad, in Schulen und Kitas – Wasserspender aufstellen sollen. „Das von den Quickborner Stadtwerken gelieferte Trinkwasser ist von hervorragender Qualität und Geschmack. Gleichwohl wird in Quickborn in großen Mengen Wasser in Flaschen getrunken – meist Plastikflaschen, häufig Einwegflaschen. Das trägt zum Plastikeintrag in die Natur und die Meere bei. Dies ist vermeidbar und eine Vermeidung ist dringendst erforderlich“, argumentiert die SPD.

Die CDU in Quickborn hat dafür nur Hohn und Spott übrig. „Für uns ist das ein Witz der Sozis, über den ich herzhaft gelacht habe“, äußert sich CDU-Sprecher Bernd Weiher. Er sagt, die Bürger sollen Mineralwasser in Glasflaschen kaufen und findet es angesichts von 70 Millionen Euro Schulden der Stadt viel zu teuer, für „gerade mal fünf Säulen“ 100.000 Euro auszugeben.

20.000 Euro für eine Säule? Oder doch eher 10.000 bis 15.000 Euro, wie in Trier? Wie viel die Installation einer Trinkwassersäule in Norderstedt wirklich kostet, das möchte Thomas Thedens über seine Anfrage im Stadtwerkeausschuss ermitteln. „Wir wollen auch wissen, wo in Norderstedt schon Trinkwassersäulen stehen. Und geht es ja auch nicht darum, an jeder Ecke eine Säule stehen zu haben.“ Thedens nennt den Willy-Brandt-Park oder den Ossenmoorpark als Standorte und bittet in seiner Anfrage die Verwaltung um deren Einschätzung, an welchen Orten die Aufstellung Sinn machen könnte. Und dann müsse ja noch geklärt werden, ob es es das Schild gibt: „Bitte denken Sie daran, bei Hitze genügend Wasser zu trinken!“.