Norderstedt
Kreis Segeberg

Ist mein Lieblingslokal hygienisch einwandfrei?

„Topf Secret“, das Verbraucherportal von Foodwatch.

„Topf Secret“, das Verbraucherportal von Foodwatch.

Foto: Marcus Brandt / dpa

Die Ergebnisse behördlicher Restaurantprüfungen werden nicht veröffentlich – eine Klage der Organisation Foodwatch soll das jetzt ändern.

Kreis Segeberg..  Der Döner, der Salat, der Falafel oder das Schnitzel mögen ja noch so gut geschmeckt haben – trotzdem fragt sich der Konsument, ob in der Küche des Lieblingslokals oder -imbisses auch aus hygienischer Sicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Gastro-Betriebe werden von den Kreisbehörden zwar regelmäßig (und unangekündigt) auf Hygiene-Standards geprüft. Doch die Ergebnisse der Prüfung erfährt der Kunde nicht – es sei denn, der Fall ist so krass, dass der Laden sofort geschlossen wird.

Die Internet-Plattform Foodwatch – Die Essensretter wehrt sich gegen diese Geheimhaltung. Foodwatch hat jetzt den Kreis Ostholstein vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig verklagt. Die Essensretter fordern die Herausgabe von Hygiene-Kontrollberichten, in diesem speziellen Fall über das Grand Hotel Seeschlösschen am Timmendorfer Strand. Foodwatch möchte die Berichte auf seinem Verbraucherportal „Topf Secret“ veröffentlichen. Die Weigerung der Behörde auf Herausgabe sei rechtswidrig, sagt Foodwatch, die Klage sei ein Musterfall für alle Landkreise in Schleswig-Holstein. „Denn Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, in dem sämtliche Lebensmittelbehörden sich kategorisch weigern, die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen herauszugeben“, schreibt Foodwatch in einer Mitteilung. Die Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack hält die Herausgabe der Ergebnisse für verfassungswidrig. Foodwatch verweist auf acht Verwaltungsgerichts-Urteile, die Anfragen von „Topf Secret“ als berechtigten Informationsanspruch sahen. „Die Bürgerinnen und Bürger haben ganz klar einen gesetzlichen Anspruch auf Hygiene-Kontrollberichte – und zwar bundesweit und damit auch in Schleswig-Holstein. Landesjustizministerin Sabine Sütterlin-Waack kann sich nicht einfach über das Bundesgesetz stellen und die Landkreise in Schleswig-Holstein zur Geheimhaltung verdonnern. Deshalb verklagen wir jetzt stellvertretend den Landkreis Ostholstein und lassen das gerichtlich klären“, sagt Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei Foodwatch.

Übrigens: Wer sich bei „Topf Sercret“ die Gastro-Szene den Raum Norderstedt anschaut, erkennt, dass etliche User über das Portal bereits Anfragen zur Herausgabe der Kontrollergebnisse für Imbisse und Restaurants in der Stadt an die zuständigen Kreisbehörden gestellt haben. Für sechs Restaurants und Betriebe laufen Anfragen, bei zwei Restaurants sind die Anfragen bereits abgeschlossen.