Norderstedt

Grüne fordern Notfall-Programm fürs Klima

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Sie fordern, dass die Norderstedter Stadtvertretung ein Klimaschutzprogramm für den Klimanotstand entwickelt: Arne Lunding (v.l.), Klaus Schulte und Susan de Vrée von den Grünen. Foto: Fuchs

Sie fordern, dass die Norderstedter Stadtvertretung ein Klimaschutzprogramm für den Klimanotstand entwickelt: Arne Lunding (v.l.), Klaus Schulte und Susan de Vrée von den Grünen. Foto: Fuchs

Foto: Burkhard Fuchs / fuchs

Die Stadt Norderstedt soll nach den Vorstellungen der Grünen möglichst schnell konkrete Maßnahmen zur Kohlendioxid-Reduktion beschließen.

Norderstedt.  Die Stadt Norderstedt sollte dem guten Beispiel anderer Städte im Land wie Kiel und Bad Segeberg folgen und ebenfalls den Klimanotstand ausrufen. Dieser Ansicht ist die Mehrheit der Grünen, die jetzt auf ihrer monatlichen „Grünschnack“-Veranstaltung im Norderstedter Einstein mit Bürgern und Anhängern darüber diskutierten. „Wir müssen in Norderstedt verstärkt CO2 einsparen. Wir machen bei Weitem nicht genug“, fordert Grünen-Parteisprecher Arne Lunding.

Nach der erfolgreichen Petition im Eingabeausschuss von engagierten Bürgern wird sich, wie berichtet, der Umweltausschuss am 21. August mit diesem Thema beschäftigen. Dass ein kommunales Klimaschutzprogramm notwendig sei, sollte parteiübergreifend Konsens sein, hoffen die Grünen. Nur ob der Begriff „Klimanotstand“ der richtige sei, müsste vielleicht noch diskutiert werden, findet Grünen-Vorstandsmitglied Klaus Schulte. „Ich würde weniger von einem Ausnahmezustand als von einem Notfall sprechen, mit dem wir es hier zu tun haben.“ Das wäre für ihn die richtige Übersetzung dieser weltweiten „climate emergency“-Initiative.

Vor allem soll der öffentliche Nahverkehr gefördert werden

„Allerdings ist das kein Selbstgänger“, warnt Parteisprecherin Susan de Vrée. „Wenn wir plötzlich auf Alarmismus machen und nichts passiert, kann man sich das auch sparen.“ Darum sollten möglichst bald auch erste konkrete Handlungsschritte politisch vereinbart werden. Dazu müssten Aktivitäten gehören, die Wirtschaft, Verwaltung und Bürgerschaft mit einschlössen, damit insbesondere der CO2-Ausstoß beim Autoverkehr, beim Heizen und in der Produktion eingespart wird. „Wir müssen unbedingt den öffentlichen Nahverkehr fördern, damit mehr Menschen aus den Autos in Busse und Bahnen umsteigen“, fordert Schulte. Die Busanbindung und die Taktung müsse verbessert, Elektrobusse eingesetzt, mehr Radwege gebaut werden.

Es sei gut, dass die Stadt Norderstedt in ihren eigenen Immobilien wie den Schulen und Kindergärten seit 1990 gut ein Drittel an CO2 im Vergleich zu 1990 eingespart habe. Aber nun müssten verstärkt die Privathaushalte nachziehen, indem sie ihre Häuser und Wohnungen besser dämmten, Heizungsanlagen erneuerten, klimabewusster lebten. Die Stadtwerke sollten die Bürger beim Energieverbrauch verstärkt beraten und den Heizungsaustausch mit Zuschussprämien weiter fördern, so die Grünen.

Ein Vorzeigeprojekt, wie in Zukunft die Menschen klimaneutral leben sollten, könnte dabei das Neubaugebiet „Grüne Heyde“ an der Harckesheyde/Mühlenweg werden, wo alles auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausgerichtet sein soll, Autos von vornherein aus dem Wohngebiet herausgehalten werden und die Bewohner mit Fahrrädern und Bussen die Wege erschließen sollen. Die Stadtwerke sollten mehr Haushalte an das Fernwärmenetz anschließen, ist ein weiterer Vorschlag zum kommunalen Klimaschutz der Grünen.

( bf )

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