Norderstedt
Bad Segeberg

Geldstrafe für 49-Jährigen, der Polizisten angriff

Eine Staute der Justitia (Symbolbild).

Eine Staute der Justitia (Symbolbild).

Foto: Michael Rauhe

Angeklagter war bei einem Einsatz wegen Lärmbelästigung festgenommen worden und hatte dabei wild um sich geschlagen. Vor Gericht zeigte er Reue.

Bad Segeberg.  Die meisten Angeklagten saßen kleinlaut und bewegungslos vor dem Richter. Ganz anders der Auftritt des Mannes, der sich im Amtsgericht Segeberg wegen Bedrohung zu verantworten hat. Der 49-Jährige gestikulierte, wurde laut und führte neben dem Anklagestuhl sogar pantomimisch vor, wie ihn Polizisten bei seiner Festnahme angeblich zu heftig angefasst hatten. Amtsrichter Alexander Schmücker sagt leicht irritiert zum Angeklagten: „Sie reagieren etwas emotional“.

Laut Anklage hatte der kleine schlanke Mann mit dem hageren Gesicht bei seiner Festnahme wild um sich geschlagen und zwei Polizisten getroffen. Bei deren Einsatz wegen Lärmbelästigung sei ihm die Hüfte ausgekugelt worden. Am Tag seiner Rückkehr von einem viermonatigen Alkoholentzug war der mittlerweile arbeitslos gewordene Mann gegen die Ehefrau handgreiflich geworden. Was die Polizisten in ihre Anzeige geschrieben hätten, sei seiner Meinung nach „schwer kriminell“. Allerdings gab er in seiner langen Verteidigungsrede zu, „nicht menschlich“ gehandelt zu haben. Es tue ihm ausgesprochen leid.

Segeberger zeigte vor dem Amtsrichter Reue

Reue zeigte der Segeberger auch bei einer weiteren Anklage. Nachdem sich der Alkoholiker „jede Menge Jägermeister reingekippt“ hatte, schlug er im Klinikum verbal um sich. Nachdem er Polizisten angepöbelt hatte, drohte er einer Krankenschwester sogar, sie umzubringen. Sein Alkoholpegel: 2,4 Promille. „Mein dummes Gelaber im Suff muss man nicht ernst nehmen“, meinte er.

Seit den Tatvorwürfen im September 2016 wurde der wegen Nötigung, Bedrohung und Körperverletzung einschlägig Vorbestrafte nicht wieder straffällig. „In Sachen Alkohol bin ich fast trocken“, sagte er. Auch sein privates Umfeld stimme wieder. Dazu hat der langjährige Hartz IV-Empfänger einen Festvertrag als Fachverkäufer in Aussicht. Reden könne er am besten, meinte er. Bei soviel Perspektive wollte Amtsrichter Schmücker einem Neuanfang nicht im Wege stehen. Er stellte das Verfahren gegen Zahlung von 500 Euro an den Segeberger Tierschutzverein ein. „Begreifen Sie dieses Urteil als Chance. Und Finger weg vom Alkohol“, so seine Mahnung. Der Angeklagte nickte.