Norderstedt
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Ausstellung: Wilde Wetter und Bauernhaus-Idylle

Frances Grimm hat dieses Bild im Hamburger Hafen mit Blick von der „Cap San Diego“ auf die Elbphilharmonie gemalt.

Frances Grimm hat dieses Bild im Hamburger Hafen mit Blick von der „Cap San Diego“ auf die Elbphilharmonie gemalt.

Foto: Heike Linde-Lembke

Die Künstlerin Frances Grimm zeigt die Vielfalt ihrer Malerei in der Treppenhaus-Galerie des Hotels Wilhelm Busch in Norderstedt.

Norderstedt.  Frances Grimm liebt die Vielfalt. Sie malt Landschaften, Hafenansichten und Häuser in Öl auf Leinwand, gern im kleinen Format. Sie arbeitet auch mit derberem Material wie Fugenmörtel, Pigmenten, Sand, Zement und baut daraus großformatige Sujets, deren Strukturen an Wetter-Dramen erinnern und an Verwerfungen durch Wind und Wellen, Sturm und Regen. Jetzt sind ihre Bilder in der Treppenhaus-Galerie im Hotel Wilhelm Busch zu sehen.

Frances Grimm schichtet Öl und Acryl zu Mörtel und Zement und verbindet alles mit Wasser. Die Farben bahnen sich ihren Weg durch die anderen Materialien wie Bäche sich ihren Weg durch Geröll und Schlamm graben. Und so sehen einige dieser Bilder aus wie Gletscher mit Gesteins-Verschiebungen, voll Drama und Poesie zugleich.

„Ich habe in Hannover an einem Wüsten-Malkursus teilgenommen, das hat mich auf viele Ideen gebracht, sowohl in der Mal-Technik als auch in der Gestaltung“, sagt die Malerin, die auf einige Ausstellungen in Hamburg und Umgebung verweisen kann. „Für mich ist erst das Format entscheidend, dann die Farbgebung und die Struktur, die ich dem Bild geben will. Alles andere entwickelt sich, und ich male so lange an einem Bild, bis es mir sagt, dass es fertig ist“, sagt Frances Grimm. Dieser Prozess ist für sie ein Abenteuer. Dazu gehört auch, dass sie schon mal Florida-Sand mit nach Hamburg schleppt oder erdig-monochrome Sujets mit Rot bricht.

Ihre kleinen Öl-Bilder sind wie Urlaubssouvenirs, zeigen sie doch den Hamburger Hafen mit Elbphilharmonie und Überseebrücke, mit Barkassen und den Kränen der „Cap San Diego“, von der aus sie die Szenerie gesehen hat. Ein großes Hamburg-Panorama mit Binnenalster, Ballindamm und Jungfernstieg, scheinbar von einer Drohne aufgenommen, hat sie im Hamburger Abendblatt entdeckt. In eine Collage packte sie zum gemalten Turm der Michaeliskirche einen Ausriss aus einem Jutesack mit dem Aufdruck „Hamburg Speicherstadt“. In einem anderen Motiv hat sie einen Seidenschal als sich leicht blähende Gardine eingearbeitet, vor die Frances Grimm die Konturen einer Vase entwarf – ein fast einfarbiges Bild.

Nach Sylt entführt das Werk „Strandrestaurant in Keitum“, ein Motiv, dem die Betrachter eine starke Brise ansehen können. Idylle fing sie in einem Bauernhaus-Motiv an der Ostsee ein. Auch vor ihrer Haustür am Elbstrand in Rissen entdeckt Frances Grimm einen Fundus an Motiven.