Norderstedt
Kreis Segeberg

Mehrheit stimmt für die Neustrukturierung des WZV

Der Recyclinghof in Norderstedt, der vom WZV betrieben wird.

Der Recyclinghof in Norderstedt, der vom WZV betrieben wird.

Foto: Christopher Herbst

Mitglieder der Verbandsversammlung sprechen sich für erweitertes Zweckverbandsmodell aus. Prüfbericht wird nicht strafrechtlich untersucht.

Bad Segeberg.  Die Mitglieder der Verbandsversammlung des Wege-Zweckverbandes (WZV) haben am Dienstag mit 54 Ja- gegen sieben Nein-Stimmen die Neustrukturierung des Verbandes zu einem sogenannten erweiterten Zweckverbandsmodell beschlossen.

Alle Mitarbeiter des Tochterunternehmens WZV-Entsorgung sollen ab Januar 2020 in den WZV und damit in den öffentlichen Dienst überführt werden. Die Unternehmenstochter WZV-Entsorgung soll dann nur noch einen Geschäftsführer als Mitarbeiter haben.

Diskussionslos geschah das jedoch nicht. Karin Honerlah, Vertreterin der Gemeinde Henstedt-Ulzburg, forderte die Verschiebung der Umstrukturierung. „Das reine Zweckverbandsmodell ist nie geprüft worden. Das geht doch nicht! Wir verstehen hier gar nichts mehr!“ Auch die WZV-Mitarbeiter sind uneins, welches Modell sie bevorzugen. „Wir haben nicht genug Informationen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Thorsten Pophal. Wolfgang Tödt (Bad Segeberg) befürwortete, dass vor der Systementscheidung zunächst der neue Verbandsvorsteher Peter Axmann den WZV kennenlernen und aufräumen müsse.

Strafrechtliche Untersuchung des Prüfberichtes bleibt aus

Keine Mehrheit fand der Antrag der Stadt Bad Bramstedt auf eine strafrechtliche Untersuchung des Prüfberichts des Gemeindeprüfungsamtes (GPA). Er wurde mit 44 Nein-Stimmen abgelehnt. 24 Mitglieder hatten dafür gestimmt. Die angekündigte Fragerunde gegenüber dem GPA zum Prüfbericht blieb aus, obwohl GPA-Mitarbeiter vor Ort waren.

Dem Bad Segeberger Stadtvertreter Olaf Tödt bereitet die Deponierücklage Sorgen, der die Verbandsversammlung notgedrungen 1,6 Millionen Euro aus einem aufgelösten Sonderposten zuführen musste. „Ich glaube nicht, dass das die letzten 1,6 Millionen sein werden.“ Karin Honerlah pflichtete ihm bei: „Wir fahren alle Rücklagen runter und wissen nicht mehr, wie wir unsere Zukunft gestalten sollen. Ich mache mir große, große Sorgen.“

Der aktuelle Füllstand der Deponie liegt laut WZV bei 90,9 Prozent. Im Jahr davor waren es noch 88,04 Prozent. Dass die Deponie unter Zugrundelegung dieser Zahlen in vier Jahren voll sein müsste, sei aber nicht so, versicherte Justiziar Nis Nissen: „Wir haben Platz für 130.000 Tonnen. Im Jahr lagern wir 2000 bis 4000 Tonnen.“ Das Wirtschaftsjahr 2018 schließt der Wege-Zweckverband mit einem Defizit in Höhe von 622 000 Euro ab.