Norderstedt
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Streit um 60 neue Wohnungen am Schleswiger Hagen

Zwei Mehrfamilienhäuser in Friedrichsgabe sollen aufgestockt werden (Symbolbild).

Zwei Mehrfamilienhäuser in Friedrichsgabe sollen aufgestockt werden (Symbolbild).

Foto: Jens Büttner / dpa

Eine politische Mehrheit entschied sich für das Aufstocken von zwei Mehrfamilienhäusern – für die FDP ein Affront gegen die Anwohner.

Norderstedt.  Dauerthema Wohnungsbau: Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr hat den Bau eines neuen Wohngebietes am Schleswiger Hagen in Friedrichsgabe beschlossen. Etwa 60 Wohneinheiten werden auf dem Grundstück in Nachbarschaft des Umspannwerkes entstehen. Eine Ausschussmehrheit aus den Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD, und Die Linke entschied sich für eine Bebauungsvariante mit zwölf Einfamilienhäusern, vier Mehrfamilienhäusern und zwei Doppelhäusern. „Weil sich die Lage des Baugebietes mit seiner guten Anbindung an die nahe AKN-Haltestelle Haslohfurth eignet, haben wir entschieden, dass zwei Mehrfamilienhäuser ein Stockwerk mehr bekommen, also drei Stockwerke mit Dachgeschoss“, sagt Marc Muckelberg von den Grünen. So entstehen etwa zehn Wohnungen mehr. „Die beiden Gebäude stehen am weitesten von der bestehenden Einzelhausbebauung in der Nachbarschaft entfernt – aus Rücksicht auf die Bewohner dort.“ Für die FDP-Fraktion war diese Entscheidung nicht mitzutragen. „Was ist die Zusage der Kommunalpolitik gegenüber ihren Norderstedter Bürgern noch wert?“, fragt FDP-Mitglied Christian Görtz. Er bezieht sich auf die Bürgerbeteiligung im Oktober 2018, als Anwohner die Ausbauvarianten diskutiert und sich für eine reine Einzelhausbebauung ausgesprochen hatten. „Zugesichert wurde, dass die Mehrfamilienhäuser nur zwei Stockwerke und ein Staffelgeschoss haben werden“, behauptet Görtz. Der jetzige Beschluss widerspreche den Wünschen der Bürger. „Wir sind entsetzt, mit welcher Verbissenheit die Grünen um jeden Preis für kaum mehr Wohnraum die Sorgen, Ängste und Bedürfnisse der Anwohner außer Acht lassen! Ist das der neue Umgang, den sie von der Politik zu erwarten haben? Eine getroffene Zusage an die Anwohner durch ein paar mehr Wohnungen aufs Spiel zu setzen und damit noch mehr Politikverdruss zu verursachen?“, sagt der FDP-Stadtvertreter Sven Wojt­kowiak.

Nicht berücksichtigt wurde bei dem Beschluss auch die Empfehlung des Umspannwerk-Betreibers 50Hertz. Der hatte aufgrund von Lärmemissionen aus dem Werk einen Abstand der Bebauung von mindestens 160 Metern empfohlen. Das hätte bedeutet, dass nur die Hälfte der Häuser am Schleswiger Hagen hätten gebaut werden können.

Laut Muckelberg hätten Messungen ergeben, dass der jetzt gewählte geringere Abstand gesundheitlich unbedenklich sei.