Norderstedt
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Mann ignoriert Kontaktverbot zu seiner Ex-Partnerin

Eine Statue der Justitia (Symbolbild).

Eine Statue der Justitia (Symbolbild).

Foto: Michael Rauhe

Verfahren gegen 35-Jährigen wird eingestellt. Angeklagter muss allerdings eine Geldstrafe von 1500 Euro zahlen – an das Kinderhospiz Sternbrücke.

Norderstedt.  Wenn eine Beziehung zerbricht, geht der Verlassene oft durch ein Tal der Tränen. Auch der Angeklagte vor dem Amtsgericht Norderstedt wollte sein Liebes-Aus nicht wahrhaben. „Guck in meine Augen und sage mir, es ist Schluss. Gib mir fünf Minuten, und du bist mich los“, bat er die Frau flehentlich. Die einstige Partnerin, die aus der gemeinsamen Wohnung geflohen war, schwieg beharrlich. Daraufhin verfolgte der Angeklagte die Ex-Partnerin stundenlang im Auto, nervte am Telefon und bombardierte die Frau mit SMS-Nachrichten.

In ihrer Verzweiflung erwirkte sie eine einstweilige Verfügung des Amtsgerichtes Norderstedt. Damit wurde dem 35-Jährigen jeder Kontakt zu seiner Verflossenen verboten, inklusive der Auflage, sich ihr im Umkreis von 50 Metern nicht mehr zu nähern. Der Angeklagte ignorierte diese Auflagen jedoch und verstieß damit gegen das Gewaltschutzgesetz. Der Gesetzgeber sieht in solchen Fällen eine Geldstrafe oder aber eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr vor.

Vor dem Norderstedter Amtsrichter Jan Willem Buchert gab sich der angeklagte breitschultrige Lagerarbeiter zerknirscht. „Ich habe Fehler gemacht und entschuldige mich hiermit“, sagte der Mann. Er hoffe inständig, dass man als Paar wieder zusammenkomme. Schließlich habe man doch eine gemeinsame Tochter, für die er monatlich 200 Euro Unterhalt zahle. Die Mutter hat das alleinige Sorgerecht.

Angeklagter darf seine Tochter jetzt wieder besuchen

Als die einstige Partnerin als Zeugin auftrat, sackte der große Mann in sich zusammen. „Der Angeklagte machte mich verrückt. Ich hatte schlimme Angst. Seine Nachstellungen setzen mich unter Stress“, berichtete die 37-Jährige. Sie könne deshalb momentan nicht als Friseuse arbeiten. Sie habe eine Psychotherapie begonnen, die ihr sehr gut tue. Und seitdem die Frist des gerichtlichen Kontaktverbotes abgelaufen sei, habe man sich zuletzt auch wieder etwas angenähert. Man rede miteinander, ihr Ex-Partner könne seine Tochter auch besuchen – aber mehr lasse sie auf keinen Fall zu, betonte die Zeugin: „Er ist kein schlechter Mensch. Wir passen halt nicht zusammen. Ich will nur noch eine Freundschaft“, umriss die selbstsicher auftretende 37-Jährige ihren klaren Standpunkt. Sollte er wieder Stress machen, würde sie ihn erneut anzeigen.

Ob er die volle Tragweite und Konsequenz dieser Aussage seiner Ex-Partnerin verstanden habe, wollte Amtsrichter Buchert vom Angeklagten wissen. „Ja“, war die leise Antwort. Der Amtsrichter schlug daraufhin dem Staatsanwalt vor, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldstrafe wegen Geringfügigkeit einzustellen. Der Staatsanwalt akzeptierte. Mit einer Strafe von 1500 Euro kam der Angeklagte davon. Das Geld geht an das Kinderhospiz Sternbrücke.