Norderstedt
Kreis Segeberg

Musicalstar Alexander Klaws ist der neue Winnetou

Alexander Klaws (r) ist der neue Winnetou. Er nimmt beherzt den Kampf gegen die Sioux-Ogellallah auf.

Alexander Klaws (r) ist der neue Winnetou. Er nimmt beherzt den Kampf gegen die Sioux-Ogellallah auf.

Foto: Frank Knittermeier

Die Inszenierung „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ der Karl-May-Spiele hat am 29. Juni Premiere am Kalkberg in Bad Segeberg.

Bad Segeberg.  Bei den Segeberger Karl-May-Spielen hatten schon viele Tiere ihre großen Auftritte, in diesem Jahr spielt ein pelziger Jäger eine „getragene“ Rolle: Das Stinktier kuschelt sich in die Arme von Schauspieler Patrick L. Schmitz, der sich als italienischer Kunstmaler in den Wilden Westen verirrt und dort mit seinem Skunk in die Schusslinie von verfeindeten Indianerstämmen gerät.

„Unter Geier – Der Sohn des Bärenjägers“ heißt das Karl-May-Abenteuer in der Saison 2019. Zehntausende von Eintrittskarten sind bereits eine Woche vor der Premiere verkauft. Am Sonnabend, 29. Juni, fällt der Startschuss für die neue Saison.

Im Mittelpunkt dieser Inszenierung, bei der übrigens zum letzten Mal Norbert Schultze jr. Regie führt, steht natürlich der neue Winnetou: Alle Kameraobjektive waren bei der Pressevorführung am Freitag auf Alexander Klaws gerichtet, der von der Kalkberg GmbH als Nachfolger von Jan Sosniok verpflichtet wurde. Der Musicalstar tritt gewöhnlich eher zurückhaltend auf, als Häuptling der Apachen aber erweist er sich als harter Kämpfer, der sich in Gestik und Ausstrahlung keineswegs hinter seinen Winnetou-Vorgängern verstecken muss. Ganz im Gegenteil. „Der Junge ist kaum zu bremsen und riskiert alles“, sagt Regisseur Schultze jr.

Sollte Alexander Klaws bei der Premiere und den darauffolgenden 71 Vorstellungen ebenso kompromisslos agieren, könnte er die Herzen der eingefleischten Karl-May-Fans erobern. Keine Frage.

Die Karl-May-Besucher werden in der Saison 2019 in die Berglandschaft der Rocky Mountains entführt. Das Abenteuer „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjäger“ spielt im geheimnisumwitterten Yellowstonegebiet mit zischenden Geysiren, brodelnden Vulkanen und steilen Felskanten. All das wurde von Bühnenbildner Andreas Freichels in die ohnehin schon malerische Naturfelskulisse des Segeberger Kalkbergs integriert.

500.000 Euro hat das Bühnenbild gekostet, weitere 350.000 Euro wurden in die Modernisierung des Theater investiert. Insgesamt betragen die Kosten der Produktion rund 5,2 Millionen Euro, wobei ein nicht unerheblicher Teil auf die Schauspielergagen entfallen. Neben Alexander Klaws gehören die TV-Stars Larissa Marolt, in der Rolle der Schauspielerin Tiffany O’Toole, und Raúl Richter als Sohn des Bärenjagers zum Ensemble. Als Karl Mays alter ego Old Shatterhand ist erstmals Sascha Gluth zu sehen. Er war lange der Titelheld bei den Störtebeker-Festspielen auf Rügen.

In der Besetzungsliste tauchen auch die altbewährten Karl-May-Recken auf, die bei keiner Inszenierung fehlen dürfen und für die Zuschauer als Identifikationsfiguren dienen: Joshy Peters als Bärenjäger Baumann, Nicolas König als der Schwere Mokassin, Fabian Monasterios als Weißer Büffel und der unverwüstliche Harald Wieczorek, der seit 40 Jahren Karl-May-Darsteller ist. Er ist, wie schon so oft, wieder in zwei Rollen zu sehen.

Die tierischen Stars gehören ebenfalls dazu: Adler „Mali“, Geier „Jango“, fünf Enten, sechs Schafe, sieben Hühner, vier Ziegen und ein Watussirind mit einer Hörner-Spannweite von gut zwei Metern. Von den vielen Pferden natürlich ganz zu schweigen. „Wir sind in diesem Jahr sehr Indianer lastig“, sagt Norbert Schultze jr. Cowboys spielen in der neuen Saison am Segeberger Kalkberg keine Rolle.

Und damit unterlaufen die Karl-May-Spiele die aktuelle Diskussion um angeblich rassistische Kostüme und nicht mehr zeitgemäße Indianerkostüme und -spiele. Geschäftsführerin Ute Thienel hatte sich von dieser Kritik distanziert.

Die Zuschauer können sich auf anderthalb Stunden familiengerechte Unterhaltung mit viel Action, Komik, Explosionen, Stunts und Abenteuern freuen.