Norderstedt
Stadtentwicklung

Mitreden, wenn ein neues Stück Norderstedt entsteht

An die 1000 Neubürger sollen im Wohnquartier nördlich und südlich des Harkshörder Wegs ein neues Zuhause finden.

An die 1000 Neubürger sollen im Wohnquartier nördlich und südlich des Harkshörder Wegs ein neues Zuhause finden.

Foto: Google Earth

Auf den Feldern am Harkshörner Weg in Norderstedt sollen 1000 Neubürger eine neue Heimat finden – Stadt lädt zur Diskussion der Planung ein.

Norderstedt.  Wohnungsbau – das am heißesten diskutierte Thema in der Stadt. Gebaut wird nicht nur massiv in Garstedt (wir berichteten). Auch in Friedrichsgabe steht ein Neubauprojekt mit den Stadtteil verändernden Ausmaßen an: das Wohnquartier am Harkshörner Weg. Die Stadt will am Donnerstag, 27. Juni, beim zweiten Workshop zum Verfahren mit den Bürgern über ihre Wünsche für das Projekt diskutieren.

Das Wohnquartier bedeutet nichts weniger als die Schaffung eines neuen kleinen Dorfes inmitten der Stadt. Zwischen 500 und 800 Wohneinheiten sollen entstehen, eine neue Heimat für mehr als 1000 Neubürger. Bislang schauen die Anrainer am Zwickmöhlen im Norden, am Kringelkrug- und Feldweg im Osten und am Harkshörner Weg im Süden über die riesigen Ackerflächen, auf denen das Projekt entstehen soll. Nach Vorstellungen der Stadtverwaltung und der Politik sollen hier private Bauherren ihr Eigenheim bauen, Seniorenwohnungen entstehen und mindestens 30 Prozent des Gebietes als Grünfläche erhalten bleiben. Angedacht sind autonome Busse, mit denen die Bewohner von und zur AKN gebracht werden, eine Infrastruktur, die den Betrieb von Elek­troautos möglich macht, und Carsharing im Quartier.

In einem gut besuchten ersten Workshop im August 2018 äußerten die Nachbarn des Projektes ihre Wünsche und Bedenken: 800 Wohneinheiten wurden als zu viel kritisiert („Maximal 500!!“). Viele bezweifeln, ob sich die zu erwartenden Neubauten in die Nachbarschaft einpassen. Gefordert wurde sozialer, bezahlbarer Wohnungsbau für Familien und Senioren in mehrgeschossigen Gebäuden („Aber maximal drei Geschosse!“), ein „Durchbrechen des Elitedenkens“ bei der Planung von Wohngebieten. Eine soziale Infrastruktur müsse her, mit Schulen, Kitas, Spielplätzen, Ärzten sowie Läden, vielleicht einer Bar und einem Café.

Beim Verkehr setzten die Bürger auf einen Ausbau des momentan noch unzureichenden ÖPNV im Gebiet, ebenso des Radwegenetzes und der Carsharing-Angebote, wobei manche sogar damit rechnen, dass bei 800 Wohneinheiten mindestens 1600 neue Autos ins Viertel kämen und damit selbst die Ulzburger Straße überlastet wäre. Nachbarn befürchten Schleichverkehr in ihren Straßen. Ausreichend Parkplätze („Zwei Stellplätze pro Wohnung!“) müssten her. Beim Grünkonzept gibt es Dutzende kreative Ideen vom Streichelzoo, über die Streuobstwiese bis zum Waldspielplatz. Der „grüne Charakter“ des Gebietes soll erhalten bleiben. Eine erste Planung unter Berücksichtigung der Bürgerwünsche wird am 27. Juni präsentiert. Angestrebt wird, dass die Planungen bis spätestens Anfang 2020 politisch beschlossen sind.