Norderstedt
Kreis Segeberg

Jubiläum: Chorverein Kisdorf wird 100 Jahre alt

Sie feiern an diesem Wochenende den 100 Geburtstag des Chorvereins Kisdorf: Der  gemischter Chor im  Margarethenhoff,

Sie feiern an diesem Wochenende den 100 Geburtstag des Chorvereins Kisdorf: Der gemischter Chor im Margarethenhoff,

Foto: Heike Linde-Lembke

Die 60 aktiven Sänger und Sängerinnen aus der Gemeinde feiern den runden Geburtstag in diesem Jahr mit zwei großen Jubiläumskonzerten.

Kisdorf.  Sie singt alles. Am liebsten Volkslieder. Doch auch beim Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn war sie hin und weg. „Das war eine große Herausforderung“, sagt Käte Franke. Seit 64 Jahren singt sie im Chor-Verein Kisdorf. 80 Jahre ist sie alt. Und fährt jeden Dienstagabend zur Chorprobe in den Kisdorfer Margarethenhoff. Mit dem Fahrrad. Am meisten aber freut sich Käte Franke, dass sie jetzt den 100. Geburtstag des Kisdorfer Chores mitfeiern kann. „Ich bin das älteste aktive Mitglied des Chores“, sagt Käte Franke. Zehn Chorleiter hat sie erlebt, angefangen mit Rudolf Quast über Kurt Schmidt-Hesse, Renate Jürgens bis Hans Thiemann, der den Chor seit 1999 leitet.

Mit 36 Jahren ist Stefanie Arnold aus Kaltenkirchen das jüngste Chormitglied. „Ich brauche Musik“, sagt die Grundschullehrerin, die das klassische Liedgut liebt. Es fasziniert sie, dass der Chor eine „schöne Gemeinschaft über alle Generationen hinweg“ bietet.

Das neuste Chormitglied ist Julia Rosenau (42). Sie ist im Januar eingetreten. „Ich habe den Kisdorfer Chor Weihnachten gehört und war sofort begeistert“, sagt die Immobilien-Fachwirtin. „Ich mag das Repertoire des Chors, das neben leichten Liedern auch große Werke beinhaltet, beispielsweise ,Die Schöpfung’ von Haydn“, sagt Julia Rosenau.

„Es ist erstaunlich, wie viele Mitglieder jeden Dienstagabend zur Chorprobe kommen, oft von weit her“, sagt Hans Thiemann. Der Chorleiter ist Schulmusiker und wohnt in Hamburg-Wandsbek. Mit dem Chor pflegt er ein „Querbeet“-Repertoire von Volksliedern, fremdsprachigen Songs, Folklore und Gospels, Oratorien, Messen oder auch die Neunte von Ludwig van Beethoven. Bis zu 600 Titel umfasst das Repertoire des Chorvereins.

Initiator des Chorvereins war Karl Kabel. Der Hauptschullehrer gründete den „Gemischten Chor Kisdorf“ im Dezember 1919 mit 34 Sängerinnen und Sängern. Und mit dem Liederbuch von Heinrich Heine. Geprobt wurde in der Gastwirtschaft Olfen. In den 50er-Jahren nahm das Singen und Feiern fast kein Ende. Fest-Umzüge fanden in den Dörfern statt, und der Kisdorfer Chor, der das Gemeindeleben maßgeblich prägte, marschierte auch auswärts munter mit. Doch dann bescherte der Siegeszug des Fernsehens dem Chor einen Mitgliederschwund. Nur noch 17 Sängerinnen und Sänger hielten den Gesangsverein aufrecht. Diese Durststrecke dauerte bis in die 90er-Jahre, bis Singen wieder in Mode kam. Mit mehr als 40 Aktiven feierte der Chor 1995 sein 75-jähriges Bestehen in der Kisdorfer Sporthalle.

Vier Jahre später heuerte der damals 22-jährige Hans Thiemann bei den Kisdorfern an und mischte sie kräftig auf. Das erste Oratorium sangen sie in der Kaltenkirchener Michaeliskirche, und mehr als 450 Zuhörer wollten das erleben. Dieser Erfolg zog neue Sängerinnen und Sänger in den Chor. Das Jubiläum feiert der Chorverein mit exakt 60 aktiven und 39 fördernden Mitgliedern.