Norderstedt
Hartenholm

Werner-Rennen diesmal mit Brösels Bruder

Petra Feldmann (l.), Ehefrau von Brösel, und Manuela Reimann zeigten Andi Feldmann (stehend l.) und Konny Reimann schon mal den Gürtel für den Gewinner des Rennens 2019. Vorjahressieger Brösel Feldmann machte Faxen im Liegen.

Petra Feldmann (l.), Ehefrau von Brösel, und Manuela Reimann zeigten Andi Feldmann (stehend l.) und Konny Reimann schon mal den Gürtel für den Gewinner des Rennens 2019. Vorjahressieger Brösel Feldmann machte Faxen im Liegen.

Foto: Burkhard Fuchs

Bei Europas größtem Motorsportfestival in Hartenholm treten auch Kim Wilde und Scooter auf. Noch gibt es Eintrittskarten.

Hasenmoor/Hartenholm.  Das Werner-Rennen-Spektakel geht in die dritte Runde. Gut 40.000 Besucher werden vom 29. August bis 1. September wieder auf dem Flugplatz in Hartenholm zum viertägigen Motorsport-und Musikfestival erwartet. Diesmal wird aber nicht wieder „Werner“-Erfinder Rötger Feldmann mit seiner viermotorigen Horex gegen Porsche 911-Fahrer Holgi Henze ins Rennen gehen. Als Highlight der Veranstaltung wird „Brösels“ Bruder Andi Feldmann, der ohnehin der geschickte Schrauber in der Familie ist, gegen den Promi-Auswanderer Konny Reimann in jeweils aufgemotzten V8-Rennwagen antreten.

„Ich brauche erstmal eine kleine Auszeit“, begründete Comic-Zeichner Brösel Feldmann, warum es dieses Jahr keine Revanche ihres ewigen Duells geben wird, das bei seiner Erstauflage 1988 rund 200.000 Menschen anlockte und die Gemeinden Hasenmoor und Hartenholm im Chaos zurückließ. Voriges Jahr, als alles ordnungsgemäß genehmigt und gesittet ablief, konnte Brösel vor 45.000 Zuschauern zum ersten Mal gegen seinen Kumpel Holgi gewinnen. Aber auch nur weil er mit seiner Horex im aufgebockten Zustand gestartet sei und die Rennstrecke nur 200 Meter lang war, stichelte Henze am Mittwoch auf der Pressekonferenz vor Ort im Hangar des Flugplatzes Hartenholm. Aber im nächsten Jahr, wenn Brösel seinen siebten runden Geburtstag feiere, sei auf jeden Fall ein erneutes Duell zwischen Rötger und Holgi, der auch schon 75 Lenze zählt, geplant, kündigte Organisator Bastian Ohrtmann von der Crew des Wacken-Open-Air-(WOA-)Festivals an, das auch in diesem Jahr die zweite Neuauflage des Werner-Spektakels auf die Beine stellen wird.

Anlieger erhalten Freitickets

„Dank an die beiden Gemeinden Hasenmoor und Hartenholm, dass sie uns auch in diesem Jahr wieder willkommen heißen“, freut sich WOA-Erfinder Holger Hübner darüber, dass „das größte Motorsportfestival Europas“ erneut auf dem Flugplatzgelände stattfinden dürfe. Die näheren Einzelheiten der diesjährigen Veranstaltung erfuhren die Bewohner am Mittwochabend auf einer eigens einberufenen Einwohnerversammlung. Die Anlieger würden wieder Freitickets erhalten, kündigte Mitorganisator Marten Pauls an. Bürgermeister Karl-Heinz Panten sagte dazu auf Nachfrage: „Die Gemeinde Hartenholm steht der Veranstaltung aufgrund der guten Erfahrung im letzten Jahr positiv gegenüber.“

Die gesamte Veranstaltung mit Campingplätzen einschließlich des Fahrerlagers mit 4000 Teilnehmern werde auf die nördliche Seite der Bundesstraße 206 rund um das Flugplatzgelände verlegt, so dass die B 206 nicht mehr gesperrt werden müsste und die Verkehrsbehinderungen für die Anlieger der Gemeinden sich in Grenzen halten sollten, erklärte Pauls. Da der Schwerpunkt auf dem Motorsportevent liegen soll, werde es neben den Moto-Cross, Stockcar-, Mofa-, Rasentrecker- und Dragster-Rennen sowie dem Traktor-Pulling noch ein Speed-Track-Rennen mit aufgemotzten schweren Maschinen geben. Dafür werde die Zahl der Musikbühnen von vier auf drei verringert, erläuterte Veranstalter Ohrtmann.

The Bos Hoss, Scooter und Böhse Onkelz treten auf

Auf diesen werden an allen vier Tagen wieder zahlreiche Bands auftreten. Die bekanntesten darunter dürften Extrabreit (Donnerstag), Scooter, Kim Wilde und The Boss Hoss (Freitag), Böhse Onkelz und In Extremo (Sonnabend) sein. Über die Einzelheiten des Showrennens Feldmann gegen Reimann schienen sich die Kontrahenten noch nicht ganz einig zu sein. Andi will mit einem historischen Rennwagen aus dem Jahr 1932 antreten, den er aber noch „komplett neu aufbauen“ müsste, oder mit einem 450 PS starken Austin Healy. Auswanderer Reimann, der für die Pressekonferenz extra aus Hawaii angereist war, habe sich für das Rennen einen Chevy Chevelle-Kombi mit 500 PS besorgt, den er zu einem „Surfermobil“ umbauen wolle und der nach dem Rennen in Hartenholm meistbietend versteigert werden soll. Über die möglichen Strafen für den Verlierer flachsten die Kontrahenten reichlich. Der Schmähturm, von dem aus Holgi Henze im vorigen Jahr wie im Comic beschrieben mit Katzendreck besprüht wurde, stehe nicht mehr zur Verfügung. „Auf dem werde ich als König residieren und mir in Ruhe das Rennen ansehen“, kündigte Brösel Feldmann an.

Konny Reimann erwartet, dass der Verlierer entweder von einer Klippe springen oder sich in den Schlamm werfen müsse. Und Andi Feldmann ist davon überzeugt, dass der Sieger „eine Palette Bier“ bekommt. „So war es ja damals auch.“