Norderstedt
Kreis Segeberg

17.000 Besucher bei „ParkPerPlex“ – Rekord

Zwischen Depression und Aktion: Clown Matthias Romir begeisterte auf Rollschuhen.

Zwischen Depression und Aktion: Clown Matthias Romir begeisterte auf Rollschuhen.

Foto: Michael Schick

Tolles Wetter und Kleinkunst der Extraklasse im Stadtpark. Gemeinsamkeit dominiert beim Europatag, historisches Interesse beim Mühlentag.

Kreis Segeberg.  „Stimmung“ stand auf dem Schild, das Matthias Romir dem Publikum immer wieder vor die Augen hielt. Die Aufforderung des „depressiven Clowns“ wäre gar nicht nötig gewesen – wer zum zweitägigen Kleinkunstfestival „ParkPerPlex“ in den Norderstedter Stadtpark kam, konnte gar nicht anders als bester Laune zu sein. Die Sonne schien, die Künstler boten Shows der Extraklasse, und das Spektakel gab es auch noch kostenlos. All das bescherte dem Stadtpark-Team am sommerlichen Sonntag einen Besucherrekord, gut 10.000 Menschen drängelten sich zwischen Seepromenade und Feldpark. Nach dem regnerischen Morgen entwickelte sich auch der zweite Tag gut, Park-Manager Kai Jörg Evers geht davon aus, dass sich insgesamt gut 17.000 Besucher von den Künstlern unterhalten und zum Staunen bringen ließen.

Oder sich ein Schattenplätzchen auf dem Rasen suchten, den Kugelgrill anschmissen und die Angebote für den Nachwuchs nutzten. „Wir kommen regelmäßig zum ParkPerPlex, weil es da auch tolle Angebote für die Kinder gibt, sagte Judith Ruprecht aus Norderstedt, die ihrer Tochter Jolanda (5) half, die schmale Slackline zu überwinden.

Trotz des Gedränges reichte der Platz rund um die Bühnen aus, damit die Zuschauer genießen konnten, was mehr als ein Dutzend Comedians und Artisten aus sechs Nationen zu bieten hatten. Immer wieder hatten sie die Lacher auf ihrer Seite, immer wieder brauchten sie Hilfe aus dem Publikum. Mal mussten Kinder Kisten schleppen, bis der Meister endlich den richtigen Platz gefunden hatte oder, wie Sabine, dem rollenden Clown Matthias Romir in den Stand helfen, was erst durch den Auftrieb eines weißen Luftballons gelang. Beliebtes Selfie-Motiv waren die Pinguine des Theater Pikante, die durch den Park watschelten und immer wieder ihre Putzrituale erledigten.

Aufregung beim Gemeindefest im Bürgerpark von Henstedt-Ulzburg: Um 13 Uhr, eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung, brach der Regenpavillon des Freundeskreises Waterlooville zusammen. Sturm und Regen trafen auch die Infostände der Partnerstädte Wierzchowo, Maurepas und Usedom.

Vorsitzende Glynnis Simcox aus Waterlooville sagte ihre Meinung zum Brexit: „Davon halte ich nichts, das ist nicht gut für Europa“. Sie berichtete auch von ihrem zufälligen „Teatime“-Treff mit Theresa May. Wer wird ihr Nachfolger als Premierminister oder -ministerin? „Boris Johnson finde ich sympathisch, doch die Entscheidung wird knapp“, sagte Glynnis Simcox. Ganz Diplomat war auch Marek Mikulec, Bürgervorsteher von Wierzchowo: „Polen und die Europäische Union verstehen sich gut.“ Gerade fuhr er eine Woche mit dem Ulzburger Freundeskreis durch Masuren. Für viele Polen scheint die EU eher eine Geldquelle zu sein. Ein „Polexist“ sei unrealistisch.

In Erinnerungen schwelgte Myriam Dantant aus Maurepas: „Mein Vater Gordon war englischer Panzersoldat und lernte meine Mutter Janine nach dem D-Day im Juli 1944 in der Normandie kennen. England und Frankreich passen gut zusammen. Und mein Mann Dominique hat die Freundeskreise Maurepas/Waterlooville gegründet.“ Bürgermeister Stefan Bauer versprach: „Die Partnerstädte werden noch enger zusammenrücken.“

Pünktlich um halb elf wurden am Pfingstmontag der Mühlentag und die jährliche Kunst-und-Kulturwoche in Henstedt-Ulzburg eröffnet. Bürgervorsteher Henry Danielsky und Hans-Jürgen Schikowsky von Henstedt-Ulzburg-Marketing sparten nicht an Lob: Danielsky nannte die KuKuHU eine „unverzichtbare Bereicherung“ und Schikowsky befand sie für „schon genial“. Am Morgen hatte es noch geregnet, aber der Mühlenvereinsvorsitzende Henry Petersen war sich sicher, dass„der Wettergott einsichtig“ sein würde.

Tatsächlich wurde das Wetter gegen Mittag besser. Die Veranstalter erwarteten 2000 Besucher, zum Programm gehörten Mühlenführungen, Lesungen mit Oliver Lück und das Spielmobil des Kinderschutzbundes. 100 Buchweizentorten, 1500 Würstchen, 800 Stück Grillfleisch und 1000 Brötchen sollten an diesem Tag über den Tresen gehen. Und dazu gab es einen wunderbaren Blick über das Land – ganz umsonst.