Norderstedt. Reichweite fehlt, Fahrzeuge verlieren zu schnell an Wert – rund 100 Norderstedter diskutieren mit Experten über die Verkehrswende.

54 Ladestationen soll es bis zum Jahresende in Norderstedt geben. Damit tue die Stadt im Verhältnis zur Bevölkerung mehr als Hamburg mit seinen 1000 Ladepunkten. Das sagte Dennis Wischnewski von den Stadtwerken Norderstedt, die wieder zur Diskussion „Werk im Dialog“ eingeladen hatten. Rund 100 Norderstedter wollten hören, wie die Fachleute die Verkehrswende angehen würden.

Doch die 150 E-Autos auf Norderstedter Straßen, davon ein Drittel im Fuhrpark der Stadt, seien noch keine Gefahr für die lärmenden Fahrzeuge mit ihren schädlichen Abgasen. Das liege vor allem an der doppelten Angst der deutschen Autofahrer, erklärte Mobilitätsforscher und Umweltpsychologe Christian Hoffmann. Viele fürchteten, das E-Auto könnte zu schnell an Wert verlieren, und sie müssten es ständig wieder aufladen, weil die Reichweite zu gering sei. Zudem seien E-Autos auch deutlich teurer und in der Energiebilanz erst dann besser als der Verbrennungsmotor, wenn sie ständig fahren, warnte ADAC-Hanse-Sprecher Christian Hieff vor zu viel E-Auto-Euphorie. Wenn jeder Norderstedter Haushalt über E-Autos verfügte, würde sich auch der Stromverbrauch verdoppeln, sagte Wischnewski.