Verkehr

Der Norderstedter Ring ist endlich geschlossen

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Michael Schick
Das neue Teilstück, das vom Kreisel abgeht, heißt Lawaetzstraße.

Das neue Teilstück, das vom Kreisel abgeht, heißt Lawaetzstraße.

Foto: Christopher Herbst

Verwaltung hat letztes Teilstück freigegeben. Nun können die Autofahrer die Stadt komplett umrunden.

Norderstedt.  Das Stück Straße ist klein, für den Verkehr in Norderstedt aber von großer Bedeutung. So lässt sich, angelehnt an die Worte von Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat, bewerten, was seit gestern Realität in Norderstedt ist: Der Norderstedter Ring ist geschlossen, Autofahrer können die Stadt jetzt komplett umrunden, ohne innerstädtische Straßen nutzen zu müssen.

Voraussetzung dafür war, dass die Oadby-and-Wigston-Straße nach Norden verlängert wird. Diese Arbeiten sind beendet, das 700 Meter lange Teilstück der Umfahrung ist freigegeben. Allerdings heißt die neue Nordverlängerung nicht mehr Oadby-and-Wigston-Straße, dieser Name ist der ersten Verlängerung Richtung Osten vorbehalten. Das neue Teilstück, das am kreisel Richtung Norden abzweigt und dann in die Lawaetzstraße übergeht, wird ebenfalls Lawaetzstraße heißen.

Seit dem gestrigen Freitag können die Autofahrer von der Anschlussstelle Quickborn der Autobahn 7 über die Kohtla-Järve-Straße, die Straße Beim Umspannwerk, die Lawaetzstraße und den neuen Abschnitt zum Kreisel fahren, der sie auf die schon vor Jahren fertiggestellte Verlängerung der Oadby-and-Wigston-Straße nach Osten und Süden bringt. Von dort führt die Ringstrecke auf der Westtangente mit Friedrichsgaber Weg und Niendorfer Straße zur Ohechaussee (s. Grafik) und weiter nach Süden zur Flughafenumgehung Richtung Hamburger City. „Dank der neuen Verbindung werden nach Ansicht unserer Verkehrsplanerinnen und Verkehrsplaner besonders die Ulzburger Straße im Bereich nördlich der Waldstraße und die Quickborner Straße östlich der AKN entlastet“, sagt Bernd-Olaf Struppek.

Ob andere Straßen mehr Verkehr verkraften müssen, werde sich erst zeigen, wenn sich die neue Verbindung etabliert hat. Daher könne die Verwaltung zurzeit auch keine Zahlen nennen, ob und wie sich die Belastung des Straßenzuges im Westen erhöhen wird. Allerdings gehen die externen Gutachter, die die Belastung auf der Westtangente im Auftrag der Stadt untersucht habe, durchaus von mehr Fahrzeugen in Garstedt aus. Der Ringschluss und die wachsende Einwohnerzahl würden dazu führen, dass Verkehr weiter zunehme. Schon jetzt sei die Belastung mit 23.000 Fahrzeugen pro Tag sehr hoch.

Auch die Schleswig-Holstein-Straße ist überlastet

Um die täglichen Staus in den Hauptverkehrszeiten zu reduzieren, haben die Gutachter vorgeschlagen, die Ampelschaltungen an den Stau- und Knotenpunkten Friedrich-Ebert-Straße, Kirchenstraße, Ochsenzoller Straße/Ohlenhoff, Abbieger zu OBI/Plambeck, Ohechaussee, Gutenbergring-Nord und Nordportbogen zu verbessern (wir berichteten). Zudem soll die Kreuzung Friedrichsgaber Weg/Friedrich-Ebert-Straße begradigt und Linksabbiegespuren eingerichtet werden.

Der Straßenring führt von Westen weiter über Ohechaussee/Segeberger Chaussee zur Schleswig-Holstein-Straße, die den Verkehr nach Norden transportiert und ebenfalls als stark belastet bzw. überlastet gilt. Das Verkehrsministerium hat den Landesbetrieb Verkehr beauftragt, eine Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Sie soll zeigen, wie die vor mehr als 50 Jahren gebaute Osttangente leistungsfähiger werden kann und die Verkehrsentwicklung bis zum Jahr 2030 prognostizieren. Ein vierspuriger Ausbau ist dabei ebenso in der Diskussion wie der Bau eines neuen Kreisverkehrs an der Kreuzung der Schleswig-Holstein-Straße mit der Ulzburger Straße und der Kothla-Järve-Straße. Genau an dieser Kreuzung beginnt der nördliche Teil des Norderstedter Rings, die Kohtla-Järve-Straße, die die Autofahrer zur A7 bringt.

Das letzte große Projekt im Norderstedter Straßenbau

Mit der Verlängerung der Oadby-and-Wigston-Straße nach Osten und Norden enden zugleich die großen Straßenbauprojekte in Norderstedt. Der neue Straßenabschnitt, während der Planphase umstritten, ist fast 700 Meter lang. Der Bau kostet einschließlich Straßenbeleuchtung und Lichtsignalanlage 2,3 Millionen Euro – eine Investition, die die Stadt aus eigener Kraft gestemmt hat, Zuschüsse gab es nicht.

Damit die Lücke im Straßenring geschlossen werden konnte, mussten allerdings die Kleingärtner umziehen und ihre Parzellen etwas weiter nördlich anlegen. Die Stadt hat den Straßenbau genutzt, um den gesamten Bereich neu zu ordnen. Weiter sieht der Plan vor, dass die Sportflächen des SV Friedrichsgabe auf der westlichen Seite der Lawaetzstraße zusammengeführt werden und an der AKN-Station Quickborner Straße eine Park-and-Ride-Anlage gebaut wird. Die Gesamtkosten für das Maßnahmenpaket beziffert die Verwaltung auf rund acht Millionen Euro.

Eine Übersicht über den Norderstedter Ring und das letzte Teilstück finden Sie in Ihrer Abendblatt-Regionalausgabe Norderstedt.

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