Norderstedt
Bildung

Norderstedt gewinnt den Bibliothekspreis 2019

Ministerin Karin Prien, Annerose Petersen (Programmbereichsleiterin Bibliothek), Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder und Bibliotheksleiter Ingo Tschepe (v. l.)

Ministerin Karin Prien, Annerose Petersen (Programmbereichsleiterin Bibliothek), Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder und Bibliotheksleiter Ingo Tschepe (v. l.)

Foto: Joachim Welding

Das Kulturministerium in Kiel zeichnete die Bibliothek aus, weil sie ein Treffpunkt für die Bürger ist – und nicht nur eine Ausleihe.

Norderstedt. Bibliotheken sollen mehr sein als Medienausleihen. „Bibliotheken als dritter Ort – 3rdPlace4All“, so lautete das Motto der diesjährigen Ausschreibung, auf die sich insgesamt 17 Bibliotheken beworben hatten. Und die Norderstedter Bibliothek und ihr Angebot überzeugten die Jury: Norderstedt ist Preisträger 2019 in der Kategorie der Städte über 10.000 Einwohner in Schleswig-Holstein. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro.

Karin Prien lobt diverse Sprechstunden

„Gesucht war ein nichtkommerzieller öffentlicher Kultur- und Bildungsraum der Kommune mit hoher Aufenthaltsqualität, der sich als Wohnzimmer und Treffpunkt der Gemeinde versteht, der den Menschen und nicht das Buch in den Mittelpunkt stellt“, sagte Kulturministerin Karin Prien bei der Preisverleihung am Mittwoch. Norderstedt ziehe das Prinzip des dritten Ortes in die gesamte Bibliotheksarbeit ein. Besonders erwähnenswert seien diverse Sprechstunden, zum Beispiel die der Oberbürgermeisterin oder des Seniorenbeirates, und die Kooperation mit der Drogen- und Suchtberatungsstelle.

Herausragende Ideen seien auch der Austausch von Buchtipps („Was lesen Sie gerade?“), die Werbeaktion „Büchereikarte in der Schultüte“, die Smartphone-Hilfestellungen von Schülern für Senioren oder das Repair-Café für Fahrräder und Spielzeug. Gelobt wurde auch die Aktionsfläche „Selber machen“. Dort werden ein Makerspace mit 3D-Drucker, Beebots, Lego-Mindstorms, Buchfalt-Kunst, Schreibwerkstatt, Brettspielen oder ein Escape-Room Hogwarts geboten.

Preisgeld soll in Erweiterung investiert werden

„Die Stadtbücherei richtet den Fokus auf die Menschen und nicht auf die Medien und begreift diese Entwicklung als einen fortwährenden Prozess“, urteilt die Jury.

„Für die Kollegen im Haus ist dieser Preis eine ganz tolle Bestätigung, dass sie mit ihrer Arbeit auf dem richtigen Weg sind“, sagt Ingo Tschepe, der Leiter der Norderstedter Bibliothek. Die 10.000 Euro Preisgeld will Tschepe in eine weitere Einrichtung in der Bibliothek investieren. „Wir wollen vielleicht eine Lesecafé einrichten. Auf jeden Fall soll es etwas sein, dass wir auch in Zukunft noch mit der Preis verbinden.“ Norderstedt ist zum ersten Mal Preisträger, 2018 zählte die Stadt zu den Nominierten.