Norderstedt
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Jugendgruppe des Theaters Pur zeigt „Das Camp“

Für die Jugendlichen des Theaters Pur stellen die Gewaltszenen aus dem Stück „Das Camp“ eine schauspielerische Herausforderung dar.

Für die Jugendlichen des Theaters Pur stellen die Gewaltszenen aus dem Stück „Das Camp“ eine schauspielerische Herausforderung dar.

Foto: Heike Linde-Lembke

Die Jugendgruppe des Theaters Pur spielt „Das Camp“ von Andreas Galk im Festsaal am Falkenberg. Premiere am Samstag, 18. Mai.

Norderstedt.  Es ist ausdrücklich kein Theaterstück für Kinder. Zu realistisch sind die Szenen, die in einem amerikanischen Camp für straffällig gewordene Jugendliche spielen. Szenen, in denen Erzieher überzeugt sind, die renitenten Jugendlichen seien nur mit harten Strafen wie Prügel, Elektroschocks und anderen Schikanen zu „guten“ Erwachsenen zu formen. Oder mit Psychoterror. Einige lassen ihrem Sadismus ungehindert freien Lauf. Perfiderweise erlernen die Jugendlichen ausgerechnet diese Erziehungsmethoden von ihnen. Und drangsalieren einander ebenfalls. Nach dem Motto: Wer hart austeilt, bleibt oben.

Die Jugendgruppe des Theaters Pur spielt das Jugendstück „Das Camp“ von Andreas Galk. Am Sonnabend, 18. Mai, ist Premiere im Festsaal am Falkenberg. Sechs jugendliche Straftäterinnen sollen in einem Camp irgendwo in den USA wieder zurück in die Spur gebracht werden. Die Aufseher wollen sie auf absoluten Gehorsam drillen.

Die Spirale aus Gewalt droht zu eskalieren

Die Atmosphäre ist hochexplosiv, als die lediglich zu einer Bewährungsstrafe verurteilte Lucy Geraldine Scott, gespielt von Maribel Siegert, in das Camp gesperrt wird.

Die Situation spitzt sich dramatisch zu. Die Spirale aus Gewalt und Erniedrigung droht zu eskalieren. Einzig Reverend Nicolson (Dunja Stolze) könnte eine Katastrophe noch abwenden.

„Das Stück ist für unsere Jugendlichen eine Herausforderung und für uns als Regisseure auch“, sagen Kathrin Clasen und Michael Scharbert. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es solche Camps wirklich gibt“, sagt Johanna Burmester, die eine prügelnde, stets rumbrüllende Aufseherin spielt. „Das Stück ist krass, und ich bin froh, dass ich die Nicole LaVey nicht wirklich bin, denn sie ist sehr aggressiv und gewalttätig, immer auf dem Sprung und bereit, jemandem eine reinzuhauen“, fügt Joline Stein hinzu.

Auch für Ilva Lindemann stellen die Gewaltszenen eine schauspielerische Herausforderung dar. „Ich habe lange gebraucht, mich in die Rolle der Geena Granger einzufinden, weil ich eine derartige Brutalität nicht kenne“, sagt sie. „Alle sitzen in einem Käfig und werden vom System gefoltert“, sagt Michael Scharbert und bittet Eltern, kleinere Kinder nicht mit in die Vorstellung zu nehmen.

Das Camp, Jugendstück von Andreas Galk, Theater Pur, Premiere ist am Sonnabend, 18. Mai, 18 Uhr. Weitere Vorstellungen: Sonntag, 19. Mai, Sonnabend und Sonntag, 25. und 26. Mai, jeweils 18 Uhr. Festsaal am Falkenberg, Langenharmer Weg 90. Eintrittskarten zum Preis von acht Euro, Jugendliche sechs Euro, gibt es im Vorverkauf unter der Telefonnummer 040/609 417 57, unter per E-Mail, unter im Internet und an der Abendkasse.