Norderstedt

Franz Gruber zeigt seine Welt aus Streichhölzern

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Franz Gruber hat auch das Kapitol in Washington nachgebaut.

Franz Gruber hat auch das Kapitol in Washington nachgebaut.

Foto: Susanne Nähr / Nähr

Im Norderstedter Feuerwehrmuseum ist die einzigartige Sammlung mit Modellen weltbekannter Gebäude noch bis zum 23. Juni zu sehen.

Norderstedt. Streichhölzer eignen sich sehr gut zum Anzünden von Kerzen, und Raucher können mit ihnen ihre Glimmstängel zum Glühen bringen. Was man sonst noch alles mit den kleinen Hölzchen anstellen kann, ist bis zum 23. Juni in der Sonderausstellung „Franz Grubers Streichholzwelt“ im Norderstedter Feuerwehrmuseum zu sehen.

Seit 50 Jahren fertigt Franz Gruber originalgetreue Nachbauten historischer Gebäude aus Streichhölzern – er verfügt über eine wohl einzigartige Sammlung. 50 Exponate, teilweise bis zu 120 Zentimeter hoch, sind im Museum am Fried­richsgaber Weg 290 ausgestellt. Weltbekannte Gebäude wie der Buckingham Palace in London und das Weiße Haus in Washington gehören dazu. Viele Kirchen sind darunter, unter anderem der Hamburger Michel und auch Notre Dame in Paris. Gerade in Arbeit, so Gruber, sei der Petersplatz, der das Modell des Römischen Petersdoms ergänzen soll.

Das erste Modell baute Gruber vor mehr als 50 Jahren

Museumsdirektor Dr. Hajo Brandenburg berichtet von ersten Reaktionen auf die Exponate: „Wahnsinn! Dieser Begriff entfährt spontan fast allen Besuchern. Die Ausstellung ist spektakulär. Wir freuen uns, dass wir der großartigen Sammlung von Franz Gruber für 35 Tage eine Bleibe gewähren können.“ Franz Gruber hat seine Leidenschaft für Streichhölzer einer schweren Krankheit zu verdanken. 1967, im Alter von 17 Jahren, musste er für vier Monate in Quarantäne. „Einen Fernseher hatten wir nicht,“ berichtet er, und so begann er zu basteln. Am Küchentisch baute er zu der Musik der Beatles und der Rolling Stones ein Modell seines Elternhauses in Aschau im Zillertal aus 70.000 abgebrannten Streichhölzern: massiv, 40 Zentimeter lang, 50 Zentimeter breit und 35 Zentimeter hoch.

Seitdem hat der mittlerweile 70-Jährige in fast 12.000 Arbeitsstunden rund 750.000 Streichhölzer verbaut. „Das billigste Hobby der Welt,“ sagt Gruber. Sperrholz und Papier dienen als Unterlage und Gerüst. Die Hölzer kauft er nach wie vor in Streichholzschachteln. Wie viele davon er in die ausgestellten Modelle verbaut hat, welchen Maßstab er verwendet und wie viele Arbeitsstunden er benötigt, das erfahren Besucher in der Ausstellung.

Ebenso werden die zwölf am häufigsten gestellten Fragen auf Informationstafeln beantwortet. Selbst Rede und Antwort steht der Streichholzkünstler an den letzten drei Tagen der Ausstellung, 21. bis 23. Juni.

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