Norderstedt
Verkehr in der Region

Harksheider Straße vier Monate gesperrt

Die Kreisstraße 81 hat als Ost-West-Verbindung für viele Pendler und Unternehmen eine zentrale Bedeutung.

Die Kreisstraße 81 hat als Ost-West-Verbindung für viele Pendler und Unternehmen eine zentrale Bedeutung.

Foto: Christopher Herbst

Nach Ostern müssen sich Autofahrer zwischen Norderstedt und Tangstedt auf Behinderungen einstellen. Die Umleitung führt über Glashütte.

Norderstedt/Tangstedt.  Reihenweise rauschen die Lkw zur Rush-Hour die Harksheider Straße entlang, dazu Tausende Pendler über den Tag verteilt mit ihren Fahrzeugen. Die Strecke zwischen Norderstedt und Tangstedt ist eine unverzichtbare Ost-West-Verbindung – doch nach Ostern wird die Kreisstraße 81 bis voraussichtlich August voll gesperrt sein. Die genauen Auswirkungen auf den regionalen Verkehr können nur vermutet werden. Tangstedts Bürgermeister Jürgen Lamp (CDU) warnt die Menschen allerdings schon einmal vor. „Ich will niemandem etwas vormachen. Das wird zu erheblichen Beeinträchtigungen führen.“

Zum Hintergrund: Schon 2017 hatte der Kreis Stormarn die Sanierung des 1,4 Kilometer langen Abschnitts der K 81 von der Einmündung Schleswig-Holstein-Straße bis zur Abzweigung Heidestraße in die Wege geleitet. Die Ausführung des knapp 1,5 Millionen Euro teuren Projektes wurde dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr übertragen.

Zwar äußerten Tangstedter Politiker wiederholt Zweifel an der Notwendigkeit der Maßnahme, fanden aber kein Gehör. Ein Votum der Gemeindevertretung, die Erneuerung solange zu verschieben, bis das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie zum Ausbau der Schleswig-Holstein-Straße vorliegt, hatte ebenfalls eher nur symbolischen Wert – zumal diese besagte Analyse erst deutlich später als erwartet, nämlich gegen Jahresende, vorliegen dürfte. Für Jürgen Lamp ist der Zustand der Straße sowieso keinesfalls akzeptabel. „Ich habe mir die Fahrbahn angeguckt, es muss etwas gemacht werden.“ Nicht zuletzt der Schwerlastverkehr, der rund zehn Prozent ausmacht, hat Asphalt und Banketten zugesetzt.

Der ÖPNV darf den Kringelweg nutzen

Weil die Harksheider Straße also über Monate nicht

genutzt werden kann, wurde bei einem Treffen des LBV, der ausführenden Baufirma und der Polizei ein Umleitungskonzept entworfen. Demnach gilt eine Sonderregelung für die Busse der Linien 378 und 578, also auch für die Schulbusse. Diese dürfen den extra für die Mehrfachbelastung ausgebauten Kringelweg in Wilstedt nutzen, werden dann über den engen Kraienkamp wieder auf die Harksheider Straße geleitet. „Die Fahrpläne wurden überarbeitet, die Fahrtzeit verlängert sich um acht Minuten“, so Jürgen Lamp.

Doch auch für das Gewerbe, insbesondere die Firma Eggers, gilt eine Ausnahme. „Eggers darf den Kringelweg nutzen. Die Beschränkung auf 5,5 Tonnen wurde abgedeckt“, sagt der Bürgermeister. Die Kieslaster können das Gelände also von nördlicher Seite aus erreichen, zudem ist auch ein Teil der südlichen Einfahrt zum Betriebshof offen.

Alle weiteren Verkehrsteilnehmer müssen weiträumig ausweichen über die Schleswig-Holstein-Straße, die Poppenbütteler Straße, die Segeberger Chaussee (Bundesstraße 432) und dann die Hauptstraße in Tangstedt. Das bedeutet rund 15 Kilometer Umweg und wohl je nach Tageszeit bis zu 30 Minuten zusätzliche Fahrtzeit. Und das auf einer Strecke, auf der es schon jetzt morgens stockenden Verkehr in Richtung Norderstedt gibt.

Schon heute umfahren viele Fahrer die B 432

Die Erfahrung zeigt, dass in solchen Situationen die Schleichwege und Abkürzungen zu Brennpunkten werden. Kai Hädicke-Schories, Verkehrsexperte der Norderstedter Polizei, rechnet damit. „An Tag eins wird es wahrscheinlich Staus geben. Damit müssen wir leben. Aber sobald die Verkehrssicherheit gefährdet ist, schreiten wir ein.“

Schon heute umfahren viele Fahrer die B 432, nutzen stattdessen den Wilstedter Weg, den Hofweg und die Glasmoorstraße, um schließlich zur Poppenbütteler Straße zu gelangen. Aus diesem Grund liegen diverse Vorschläge seitens Verwaltung und Politik auf dem Tisch, den Durchgangsverkehr aus den betroffenen Wohngebieten herauszuhalten. „Wenn wir auf den Nebenstrecken feststellen, dass es nicht funktioniert, setzen wir uns zusammen, und es wird nachbeschildert“, so Hädicke-Schories. Polizei und Stadt könnten dann Teilsperrungen oder Einbahnstraßen veranlassen.

Mit verstärkten Streifen, vermutlich auch mit Kontrollen, muss die Polizei überwachen, ob zum Beispiel der Kringelweg verbotenerweise von Pendlern befahren wird. Auch Bürgermeister Lamp, der direkter Anlieger ist, muss die Umleitung nehmen. Er sieht aber auch etwas Positives in der wahrscheinlich höheren Belastung für die Ortsteile Wilstedt und Tangstedt. „Es wird umso deutlicher, wie wichtig eine Umgehungsstraße für die Region ist.“

Sobald die Verkehrssicherheit gefährdet ist, schreiten wir ein
Kai Hädicke-Schories, Polizei Norderstedt, zu möglichen Sperrungen von Schleichwegen