Norderstedt

Wenn kleine Leute mit Musik die Bühne erobern

Voll Schwung und mit viel Rhythmus-Gefühl legte die Hip-Hop-Gruppe der Offenen Ganztags-Grundschulen ihren Tanz auf die Bretter.

Voll Schwung und mit viel Rhythmus-Gefühl legte die Hip-Hop-Gruppe der Offenen Ganztags-Grundschulen ihren Tanz auf die Bretter.

Foto: Heike Linde-Lembke

Beim Konzert „Schule trifft Musikschule“ spielten, tanzten und sangen 150 Kinder im Norderstedter Kulturwerk. Dafür gab es viel Applaus.

Norderstedt.  Kein Musikunterricht an den Schulen? Nicht in Norderstedt. Dafür sorgt die städtische Musikschule jeden Schultag. Jetzt zeigten zirka 150 Schülerinnen und Schüler der Norderstedter Grundschulen und erster Gymnasial-Klassen beim Konzert „Schule trifft Musikschule“ im Kulturwerk, dass die Blockflöte sehr wohl ein beliebtes Instrument ist, dass Blechblasen Spaß bringt, dass der Siegeszug von Gitarre und Keyboard ungebrochen anhält, und Musical ohnehin nicht zu toppen ist.

Beispielsweise die Hip-Hop-Gruppe von Anna-Lena Fresdorf. Die Mädchen haben sich schick in rosa T-Shirts gekleidet, tanzen selbstbewusst und voller Rhythmus über die große Bühne und freuen sich über den Applaus aus dem voll besetzten Saal, in dem Mütter, Väter und Großeltern sitzen.

Oder die Blockflöten-Kinder. Mit ernsten Gesichtern stehen sie hinter ihren Pulten, eine Blockflöte vor dem Mund, zwei andere rechts und links unter die Arme geklemmt. Sie spielen Pop und Kinderlieder wie „Der Kuckuck und der Esel“, aber auch Klassik wie die „Ode an die Freude“, den vierten Satz aus Ludwig van Beethovens neunter Symphonie, und müssen schnell von der Sopran- zur Alt- und Tenorflöte wechseln. Dabei fällt schon mal eine Flöte auf den Boden. Was soll’s, aufheben, weiterspielen. Durch das Musizieren lernen die Kinder nicht nur Kultur und die soziale Fähigkeit, aufeinander zu achten, sie werden auch selbstbewusster durch das eigene Können und den Applaus. Die Blockflöten-Ausbildung schließt nach einem Jahr nach einer Prüfung mit einer Auszeichnung ab, dem Blockflöten-Führerschein. Seit 2006 haben mehr als 1100 Kinder teilgenommen.

„Seit vielen Jahren ist die Musikschule Norderstedt mit ihrem Bildungsangebot in den Schulen erfolgreich vertreten“, sagt Musikschulleiter Rüdiger George, der mit dem „Copa“, dem Conservatory of Performing Arts, die erste Berufsfachschule für Musical und Tanzpädagogik initiiert hat, um jungen Talenten aus aller Welt in Norderstedt eine Profi-Ausbildung zu bieten.

Für das Bildungsangebot „Schule trifft Musikschule“ gehen Pädagogen der Musikschule direkt in die Schulen und unterrichten Instrumentalmusik und Musical im Anschluss an den regulären Unterricht. Zum Programm gehört auch das Projekt „Auftakt“, das Grundschul-, aber auch Kindergarten-Kinder aktiv mit Musik vertraut macht. Mehr als tausend Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren werden durch „Auftakt“ in Musik unterrichtet, auch dank Sponsoren.

Beim Konzert „Schule trifft Musikschule“ erhielt auch das Keyboard-Sextett der Grundschulen Friedrichsgabe und Gottfried-Keller-Straße Beifall, spielten sie doch bereits nach sieben Monaten Unterricht bühnenreif. Die Fünft- und Sechstklässler des Gymnasiums Harksheide gaben unter der Leitung von Natalie Hiesener eine sehenswerte Kostprobe ihres Musicals „Vanessas Welt“. Das Mini-Musical „Vom Schmetterling, der Angst vorm Fliegen hatte“ zeigte die Offene Ganztagsschule Heidberg mit viel Freude an Gesang und Tanz, und als die Gitarren- und Gesangsgruppe einiger Grundschulen mit ihren Lehrern Felix Beck und Torben Schuller die Bühne eroberte, war diese schlichtweg voll.

Das Finale gestaltete die Bläserklasse des Coppernicus-Gymnasiums unter der Leitung von Claudia Winkelmann und bewies: Blech kann so schön sein!