Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Anwohner der Usedomer Straße wollen Verkehrsberuhigung

Die Usedomer Straße dient vielen Autofahrern als Ausweichstrecke.

Die Usedomer Straße dient vielen Autofahrern als Ausweichstrecke.

Foto: Frank Knittemeier / Frank Knittermeieer

Die Straße in Henstedt-Ulzburg wird als Schleichweg genutzt. Anzahl der Fahrzeuge hoch. Die Anwohner sind genervt und fordern Maßnahmen.

Henstedt-Ulzburg.  Die Usedomer Straße als Schleichweg zu bezeichnen, wäre zwar unpassend – schließlich wissen die Henstedt-Ulzburger und auch Auswärtige, dass sich die Strecke je nach Tageszeit bestens eignet, um die Hamburger Straße zu umfahren. Doch genau das ist der Grund, weswegen sich Anwohner nun zusammengetan haben und Politik sowie Verwaltung zum Handeln auffordern.

Erstens nehme das Verkehrsaufkommen stetig zu (werktags bis zu 3000 Kfz), zweitens werde zu selten das Tempolimit von 30 km/h eingehalten, dazu gebe es oft gefährliche Überholsituationen. Also bekam die Gemeindevertretung während ihrer Sitzung eine klare Botschaft. „Wir möchten etwas ändern, es kann so nicht weitergehen. Ein gefahrloses Überqueren ist nicht mehr möglich“, sagte Andrea Schmalfeld, deren Garten direkt an die Usedomer Straße grenzt. „Ein Sommer im Garten ist nicht möglich, wenn permanent Autos vorbeirauschen.“

Ulrich Specht, ein weiterer Bürger, der dort wohnt, wies darauf hin: „Der Sinn von Tempo 30 ist doch, sensible Wohngebiete zu entlasten.“ Auch Petra Paschke wurde deutlich: „Wir haben damals unser Haus gekauft, da es ein ruhiges Wohngebiet ist.“ Und eigentlich ein solches auch bleiben sollte. Jetzt habe die Raserei jedoch eine Form angenommen, die nicht mehr hinnehmbar sei. Bürgermeister Stefan Bauer verteidigte sich. „Ich will ihr Empfinden nicht in Abrede stellen. Aber wir haben das an den meisten Straßen.“ Dass die Anzahl der Fahrzeuge in der Usedomer Straße „sehr hoch sei“, bestätigte er.

Aber: „Wir kommen nicht zu dem Ergebnis, dass dort zu oft zu schnell gefahren wird. Es ist mir auch nicht bekannt, dass die Usedomer Straße auffällig ist, was Unfälle angeht.“ Es würde „Millionen kosten“, so Bauer, wenn alles umgesetzt würde, was die Anwohner fordern: Geschwindigkeitsüberwachung, Messtafeln, Straßenverengung.

Trotzdem könnte es so kommen. Für den nächsten Planungs- und Bauausschuss (1. April, 18.30 Uhr, Ratssaal) haben zwei Fraktionen Anträge mit mehreren Maßnahmen vorgelegt. Von der CDU kommt der Auftrag an die Gemeinde, drei Maßnahmen zu prüfen auf Machbarkeit und Kosten: Fahrbahnerhöhungen im Bereich „Eichberg Süd“, eine neue Querungshilfe mit Fahrbahnverengung oder -erhöhung bei der Verlängerung des Fußweges zum Spielplatz und eine Querungshilfe mit Fahrbahnverschwenkung oder -erhöhung südlich der Kreuzung Schulstraße. Dazu solle die Verwaltung ein Lkw-Durchfahrtsverbot prüfen und sich bei der Polizei für mehr Geschwindigkeitsüberwachung einsetzen.

„Das Quartier eignet sich nicht zur Aufnahme derartiger Verkehre“, sagt der CDU-Gemeindevertreter Folker Brocks. „Insbesondere in der Usedomer Straße wird die zulässige Geschwindigkeit durch einige Fahrzeugführer erheblich überschritten.“

Die WHU beantragt eine erneute Verkehrszählung im südlichen Bereich über drei Werktage außerhalb der Ferien inklusive Tempoauswertung. Auch die Wählergemeinschaft schlägt Querungshilfen und ein Verbot für Lkw vor. Und viertens soll eine Geschwindigkeitsmesstafel mit Piktogramm über einen längeren Zeitraum installiert werden.