Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Bürgerinitiative begrüßt den Rückzug von Soka-Bau

Die Anwohner des Beckersbergrings, die gegen die Pläne des Investors Soka-Bau kämpften, sind glücklich über die Entscheidung.

Die Anwohner des Beckersbergrings, die gegen die Pläne des Investors Soka-Bau kämpften, sind glücklich über die Entscheidung.

Foto: Christopher Herbst / HA

Bauvorhaben am Beckersbergring: Das Aus für den geplanten Wohnungsbau wird in der Gemeinde Henstedt-Ulzburg kontrovers diskutiert.

Henstedt-Ulzburg. Kein Geschosswohnungsbau, kein Abriss der Reihenhäuser, stattdessen eine Einzelvermarktung – das Quartier Beckersbergring in Henstedt-Ulzburg bleibt wie berichtet wohl auf lange Zeit unverändert. Die Entscheidung des Investors, der Soka-Bau (Versorgungskasse des Baugewerbes), schlägt hohe Wellen und wird kontrovers diskutiert. Christian Engel, Sprecher der Bürgerinitiative für den Erhalt der Siedlung, ist glücklich. Er habe sich kürzlich gewundert, warum der Eigentümer „mit merkwürdigem Aufwand“ Heizungen ausgetauscht habe. Jetzt weiß er: um die Objekte für den Verkauf aufzuhübschen. Engel rät den verbliebenen Mietern – viele sind weggezogen –, ihre Häuser zu erwerben. „Aber das hängt vom Kaufpreis ab.“

Karin Honerlah, Fraktionschefin der WHU, nennt die Wende „eine gute Nachricht“. Es lohne sich, „ein Stachel zu sein. Und wenn es heißt, die Gemeinde sei zu anspruchsvoll – dann Gott sei Dank.“ Der Vorsitzende des Planungsausschusses, Stephan Holowaty (FDP), kündigte an, das Thema auf die Tagesordnung der Sitzung am 1. April zu nehmen. Seine Meinung ist deutlich: „Es entsteht der größtmögliche Schaden. Jede weitere Entwicklung des Quartiers wird verhindert. Ich warne WHU und Grüne, zu jubeln. Sie sind verantwortlich für Wohnungsknappheit und dafür, dass die Preise steigen.“

Sozialquote von 30 Prozent war ein zentraler Streitpunkt

Michael Meschede (CDU) ist verwundert über die Entwicklung: „Ich war der Meinung, wir waren auf einem guten Weg, eine gemeinsame Richtung zu finden. Ich würde gerne noch ein Gespräch mit der Soka führen.“ Jetzt habe man eine Situation für die „nächsten 50 Jahre“ zementiert. Rudi Hennecke (SPD) nennt das Ende des Projektes „sehr schlecht, weil wir bezahlbaren Wohnraum brauchen“. Aber wahrscheinlich habe Soka die Sozialquote von 30 Prozent nicht gepasst.

Dass die Gemeinde auch 2020 Reihenhäuser am Beckersbergring für die Flüchtlingsunterbringung nutzen wird, steht derweil offenbar fest. So soll es mit Soka eine Einigung gegeben haben, wonach 19 von 34 Immobilien bis Mitte des nächsten Jahres und zehn weitere sogar bis Ende 2020 gemietet werden. Spätestens dann sollten die Neubauten am Kirchweg und an der Lindenstraße komplett bezugsfertig sein. Kurt Göttsch von den Grünen, der das Soka-Projekt immer abgelehnt hat, kündigt an: „Ich werde im Planungsausschuss eine Erhaltungssatzung beantragen und dass die Gemeinde eine größere Zahl von Wohneinheiten kauft.“