Norderstedt
Asylunterkunft

Flüchtling randaliert und verletzt zwei Polizisten

Der Eingangsbereich zur Flüchtlingsunterkunft Boostedt. Die Kriminalität in der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Boostedt ist nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums in den vergangenen Monaten «deutlich gestiegen».

Der Eingangsbereich zur Flüchtlingsunterkunft Boostedt. Die Kriminalität in der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Boostedt ist nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums in den vergangenen Monaten «deutlich gestiegen».

Foto: Markus Scholz / dpa

Der 32-jährige Mann lebte in der Landesunterkunft Boostedt. Nach dem Vorfall am Mittwoch kam er in die Psychiatrie.

Bad Segeberg.  Ein offenbar verwirrter Mann aus Somalia hat am Mittwoch in der Landesunterkunft Boostedt vier Polizeibeamte vor der Polizeistation der Einrichtung an der Von-dem-Borne-Straße angegriffen und verletzt.

Der 32-jährige Somalier hatte gegen 9 Uhr mit einem Besteckmesser gegen die Glastür der Wache geschlagen und mit den Füßen dagegen getreten. Einen Polizisten bedrohte er mit einer Flasche. Vier Polizeibeamte versuchten vergeblich, ihn zu beruhigen. Der Mann randalierte weiter. Letztendlich setzten die Beamten Pfefferspray ein. Doch das reichte nicht aus, um den Mann aufzuhalten. In drohender Haltung ging er laut Polizei mit dem Messer in der Hand auf die Beamten los. Die Polizisten brachten ihn zu Boden und fixierten den 32-Jährigen.

Im Einsatz verletzten sich zwei Polizeibeamte, sie sind für mehrere Tage dienstunfähig. Den beiden anderen Polizisten spuckte der Somalier ins Gesicht, sie werden derzeit auf eine mögliche Infektion untersucht. Das abschließende Ergebnis steht noch aus.

Laut Polizei leidet der Flüchtling aus Somalia unter psychischen Problemen

Der Somalier war so aggressiv, dass er letztendlich von einer Ärztin medikamentös ruhig gestellt werden musste. Anschließend wurde er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. „Die genauen Hintergründe, warum der Mann so reagierte sind uns nicht bekannt“, sagt Polizeisprecherin Silke Westphal. „Er leidet offenbar unter psychischen Problemen.“ Vorfälle wie diese seien nicht selten in der Landesunterkunft. Am vergangenen Sonntag wehrten sich ein 29-jähriger und ein 18-jähriger Albaner gegen die Polizeibeamten. Sie hatten in einem der Wohnhäuser und im Streifenwagen randaliert. Einer der beiden bespuckte die Beamten. Auch hier ist das Motiv für das Verhalten nicht bekannt.

Gegen den Somalier wurde ein Strafverfahren unter anderem wegen Widerstand, Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet. Der Schaden an der beschädigten Panzerglastür der Wache liegt bei 1000 Euro.