Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Soka-Bau stoppt Neubauprojekt am Beckersbergring

Die 116 Reihenhäuser sollen nun verkauft werden.

Die 116 Reihenhäuser sollen nun verkauft werden.

Foto: Thorsten Ahlf / TA CAPS / TA CAPS / Thorsten Ahlf

Die Reihenhäuser in Henstedt-Ulzburg sollen nun doch nicht abgerissen sondern einzeln verkauft werden. Bürgermeister: „Verpasste Chance“.

Henstedt-Ulzburg. Das größte und umstrittenste Wohnungsbauprojekt in Henstedt-Ulzburg ist Geschichte, lange bevor es einen Spatenstich gegeben hat. Die Soka-Bau (Versorgungskasse des Baugewerbes) wird 116 Reihenhäuser am Beckersbergring einzeln verkaufen und stoppt somit die Planungen für einen Abriss des Quartiers aus den 1950er- und 1960er-Jahren sowie den vorgesehenen Neubau von insgesamt 225 Mietwohnungen.

Die Erklärung des Soka-Abteilungsdirektors Werner Schneider liest sich wie eine Abrechnung mit der Ortspolitik. Diese hatte in vertraulichen Verhandlungsrunden zahlreiche Bedingungen gestellt, ohne diese ein Bauleitverfahren keinen Sinn gemacht hätte. „Unser Auftrag, die Zusatzrente der Bauarbeiter nachhaltig zu sichern, ist mit den Anforderungen der Gemeinde nicht in Einklang zu bringen. Die Kosten für das Projekt wurden dadurch immer höher, und damit wurde das Projekt Erneuerung unwirtschaftlich“, so Schneider.

Die angedachten neuen Wohnungen hätten laut Soka-Bau „einen beträchtlichen Teil des von der Gemeinde identifizierten Wohnbedarfs für die kommenden 15 Jahre gedeckt“, heißt es. Die Gründe für den Rückzug: eine aufwendige Gestaltung der Neubauten, die Übernahme sämtlicher Erschließungskosten, ein zu hoher Anteil an Sozialwohnungen und ein zu hoher Stellplatzschlüssel. Schneider: „In kein anderes aktuelles Bauprojekt haben wir vorab so viel Zeit und Geld investiert.“ Er kündigt an, dass den „langjährigen Mietern“ ein Vorkaufsrecht zugestanden werde.

Bürgermeister Bauer spricht von einer verpassten Chance

Die neue Situation hat erhebliche Auswirkungen auf die künftige Planung in der Großgemeinde. Bürgermeister Stefan Bauer, der am Mittwoch von Mitarbeitern der Soka-Bau persönlich informiert wurde, zeigte sich enttäuscht. „So schön es auch sein mag, diese Reihenhaussiedlung mit starken Grünzügen im Ortskern zu erhalten, so wurde doch eine große Chance vertan, eine notwendige Quartiersentwicklung voranzubringen, bei der insbesondere die Bedarfe von älteren wie auch gering verdienenden Menschen berücksichtigt worden wären.“ Dazu „hätten geförderter Wohnungsbau, kleine Wohneinheiten, eine Kindertagesstätte sowie die Lösung des Parkraumproblems mittels einer Tiefgarage“ der Gemeinde im Zentrum gut getan.

Er mahnt: „Die Konsequenzen des angekündigten Häuserverkaufs sind auch für die aktuelle Mieterschaft noch nicht absehbar.“ Die Probleme eines überalterten und energetisch überholten Quartiers würden zukünftig noch stärker hervortreten.