Norderstedt
Norderstedt

Immer wieder ohne Führerschein Auto gefahren

Eine Statue der Justitia.

Eine Statue der Justitia.

Foto: Michael Rauhe

Urteil des Amtsgerichtes: Der Angeklagte, ein 30 Jahre alter Pole, muss nun eine Geldstrafe von 3600 Euro Strafe in kleinen Raten abstottern.

Norderstedt.  Beim letzten Wort, das die Strafprozessordnung dem Angeklagten vor dem Urteilsspruch einräumt, geben sich die Angesprochenen ausgesprochen demütig. Auch der gebürtige Pole, der sich vor der Norderstedter Amtsrichterin Claudia Naumann verantworten musste, war Reue pur. „Es tut mir außerordentlich leid“, beteuerte er und versicherte zudem: „Ich mache es auch nie mehr wieder“.

Ungewöhnlich an dieser Aussage war nur die Tatsache, dass der Beschuldigte diese Zusage in den vergangenen Jahren schon mehrmals vor Gericht gegeben hatte – und dann jedesmal rückfällig geworden war.

Polizei stoppte den Mann am späten Abend in Norderstedt

Im aktuellen Fall vor dem Amtsgericht Norderstedt war der 30-Jährige am späten Abend im vorigen Juli in einem Wagen auf der Oadby-and-Wigston-Straße von der Polizei gestoppt worden. Im Auto befanden sich auch seine Frau und der zehn Monate alte Sohn des Paares. Was der Familienvater den Beamten nicht vorweisen konnte, war ein (deutscher) Führerschein seines Gastlandes. Auch in seiner Heimat besaß der gelernte Automechaniker keine Fahrlizenz mehr. Die hatte er bereits im Jahr 2014 abgeben müssen, weil er alkoholisiert Auto gefahren war. Ein Jahr später wurde er in Polen wegen des gleichen Deliktes sogar noch einmal straffällig.

In Deutschland hatte sich der jetzige Bauhandwerker nie ernsthaft um einen deutschen Führerschein bemüht. Zu seinen Baustellen in der Region will der breitschultrige Mann mit den raspelkurzen Haaren jeweils von seiner Frau gefahren worden sein, oder die lieben Kollegen hätten ihn mitgenommen, beteuerte er vor Gericht. Manchmal sei er auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs gewesen.

Richterin: Angeklagter ist hartnäckig und uneinsichtig

Dagegen sprachen allerdings die Einträge im Strafregister. Danach war er in den vergangenen Jahren gleich dreimal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, wie es im Juristen-Deutsch heißt, zu Geldstrafen verurteilt worden. Die Amtsrichterin zum Angeklagten: „Sie fahren offenbar weitaus öfters als uns die Schuldsprüche vermuten lassen. Ist das so?“ „Ja“, antwortete der Mann kurz und bündig. Der Angeklagte hätte sich „hartnäckig und uneinsichtig“ gezeigt und sich wiederholt als ungeeignet zum Führen eines Fahrzeugs erwiesen, kommentierte die Richterin dessen Fehlverhalten.

Sie verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 3600 Euro, zahlbar in 50-Euro-Raten. Bei der nächsten einschlägigen Verurteilung drohe ihm Haft. Außerdem werde dann der Wagen stillgelegt, warnte die Richterin. „Das geht ja alles richtig ins Geld“, bedauerte sich der Verurteilte selbst.